Russland (Civ6): Unterschied zwischen den Versionen
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| − | + | Indo-europäische, Ural-altaische und andere Völker besetzten 2000 v.Chr. das Gebiet des heutigen Russlands, allerdings ist nur wenig über ihre damaligen Siedlungen und Aktivitäten bekannt. Das moderne Russland entstand um 770 n.Chr., als die Wikinger massiv in die Wolga-Region vorstießen. Von ihren Stellungen in den Meeresarmen entlang des östlichen Baltikums zogen skandinavische Horden - vermutlich auf der Suche nach neuen Handelswegen - in Richtung Osten und drangen in das von finnischen und slawischen Stämmen bevölkerte Gebiet vor, wo sie schier unerschöpfliche natürliche Ressourcen vorfanden. <br><br>Binnen weniger Jahrzehnte dehnten die Rus, wie die Siedler der Wikinger genannt wurden, ihre Beutezüge gemeinsam mit anderen Skandinaviern entlang der wichtigen Flussläufe nach Westen in Richtung Bagdad und Konstantinopel aus und erreichten 860 das Schwarze Meer. Zwischen 930 und 1000 gelangte die Region vollständig unter die Kontrolle der Rus, deren Regierungssitz sich in der Hauptstadt Kiew befand. Das Fundament dieses wachsenden Kiewer Reiches bildete der von den Wikingerprinzen organisierte Handel. Seit der Christianisierung durch byzantinische Missionare (um 1000) waren Kiew und die russischen Staaten des Mittelalters eng mit der byzantinischen Kultur verbunden. Das vereinte Kiew zerbrach nach 1054 unter den Angriffen nomadischer Steppenvölker in mehrere unabhängige Fürstentümer. Während der Mongolenkriege (1237-40) wurden zahlreiche russische Städte zerstört und unzählige Mitglieder des aufstrebenden russischen Mittelstandes (vorwiegend Fellhändler) ausgelöscht. In der Folgezeit wurde Russland von mehreren autokratischen Regenten beherrscht.<br><br>Im Laufe der Jahre übernahm das kleine Fürstentum Moskau eine führende Rolle, da es als erstes Land die mongolischen Kriegsherrn zur Abgabe von Steuern verpflichtete. Auf diese Weise gelang es den Prinzen Moskaus schließlich, das Joch der mongolischen Unterdrückung hinter sich zu lassen. Iwan III. (1462-1505) konsolidierte die Errungenschaften seines Vaters Wassili II. Doch erst sein kriegerischer Nachfolger Ivan IV. der Schreckliche (1533-84) war mächtig genug, sich zum Zar aller Russen krönen zu lassen (1547). Die "Anhäufung der russischen Ländereien" wurde 500 Jahre lang von Moskau fortgesetzt, bis schließlich alle slawischen Gebiete, sowohl die russischen Territorien als auch die weißrussischen und ukrainischen Regionen, annektiert waren. Die Thronbesteigung Peters des Großen (1694-1725) leitete die sozialen, politischen und intellektuellen Entwicklungen ein, die in den nächsten 200 Jahren in Russland vonstatten gehen sollten. Die Lage seiner Hauptstadt St. Petersburg am Ufer des Golfs von Finnland war das Symbol für die einsetzende Europäisierung Russlands. Während der russische Adel das Hofzeremoniell und die militärische Kultur des Westens übernahm, litt der Großteil der russischen Bevölkerung jedoch weiterhin unter bitterer Armut und der traditionellen Leibeigenschaft.<br><br>Katharina die Große (1762-1796) erwies sich später als die wahre intellektuelle und politische Erbin Peters des Großen (obwohl sie mit diesem als deutsche Prinzessin nicht einmal verwandt war). Katharinas Herrschaft war von der Expansion des Reiches geprägt. Am wichtigsten war hierbei die Sicherung des nördlichen Ufers des Schwarzen Meeres, die Besetzung der Krim und die weitere Ausdehnung des Reiches in die Steppengebiete jenseits des Urals. Damit waren die russischen Bauernsiedlungen im Süden geschützt, und zugleich konnten Handelswege durch das Schwarze Meer errichtet werden. Unterdessen verloren die Militärdemokratien der Kosaken bei den Flüssen Dnjepr, Don und Wolga ihre Autonomie und ihre privilegierte Sonderstellung; die wohlhabenderen Offiziere wurden zwar zu russischen Edelleuten ernannt und erhielten das Recht, Leibeigene zu besitzen und auf ihrem Land anzusiedeln, aber die tapferen Reiter wurden zu Bauern mit speziellen militärischen Verpflichtungen degradiert. Die Teilung Polens führte Russland schließlich noch weiter (wenn auch nur geografisch) an den Rest Europas heran. <br><br>Trotz Peters und Katharinas Erbe herrschte in Russland zur Zeit von Nikolaus II. (1894-1917) das Chaos: Das Land befand sich in einem beschwerlichen Krieg und das Volk war von Armut und Unterdrückung geplagt. Die Niederlage im russisch-japanischen Krieg nach der Revolution von 1905 zeigte überdeutlich, dass Russland drastischer Reformen bedurfte. Doch die aristokratische Struktur des Zarenreichs war auf den einsetzenden Wandel nur schlecht vorbereitet. Die von der Unzufriedenheit der russischen Bevölkerung getragene Revolution des Jahres 1917 besiegelte schließlich den Untergang des alten Russlands. Die provisorische Regierung unter Ministerpräsident Kerenski versprach einen moderaten Ansatz, um die Probleme zu lösen, brach aber angesichts der bolschewistischen Revolution zusammen. Aufgrund des Herrschaftsanspruchs der Bolschewiken auf ganz Russland und den Rest des früheren Zarenreiches war ein Bürgerkrieg unvermeidbar, in dessen Verlauf sich die Kommunisten 1922 schließlich gegen die Zaristen durchsetzten. Stalin sollte die Konsolidierung der kommunistischen Macht vollenden, die Lenin begonnen hatte. Stalin festigte seine Macht durch gezielten Terror gegen seine politischen Gegner. Ab 1928 war die russische Wirtschaft strengen Fünfjahresplänen unterworfen, die die Industrialisierung des Landes forcieren sollten. Obwohl mehrere, durch die Kollektivierung der Landwirtschaft bedingte, Hungersnöte das russische Volk schwächten, avancierte die Sowjetunion unter Stalins Führung nach dem 2. Weltkrieg zur Supermacht.<br><br>Der Kalte Krieg brachte die russische Wirtschaft jedoch an den Rand einer Katastrophe. Während die russische Wirtschaft Stahl für unzählige Panzer produzierte, fehlten in den russischen Haushalten selbst einfachste Dinge des täglichen Lebens. Michail Gorbatschow versuchte die stagnierende Wirtschaft der Sowjetunion durch eine Politik der wirtschaftlichen und politischen Entspannung zwar zu beleben, doch schon bald wurde er selbst ein Opfer der von ihm eingeführten Reformen. Innerhalb weniger Jahre erklärten die sowjetischen Satellitenstaaten ihre Unabhängigkeit und junge Politiker, wie Boris Jelzin, forderten lautstark demokratische Wahlen. Im August 1991 wurde ein schlecht durchdachter, dilettantisch ausgeführter und letztlich erfolgloser Putschversuch unternommen, um Jelzin seines Amtes zu entheben. Dennoch führte dieser Putsch das Ende der kommunistischen Partei herbei und beschleunigte die Auflösung der Sowjetunion: Im Dezember 1991 erklärte Jelzin die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken für aufgelöst, verbot die kommunistische Partei in Russland und beschlagnahmte deren Besitztümer. Wenig später wurde Jelzin zum ersten russischen Präsidenten gewählt. Heute ist das Land hin- und hergerissen zwischen einer Wirtschaft westlicher Prägung und einem russischen Sonderweg. | |
== Peter == | == Peter == | ||
Aktuelle Version vom 12. Juni 2026, 09:57 Uhr
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Dieser Beitrag befasst sich mit Russland, wie es in Civilization VI vorkommt. Für Informationen über die entsprechende Zivilisation in anderen Teilen der Spielereihe siehe Russland. |
| Eigenschaft | ||
|---|---|---|
Mütterchen Russland
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| Anführer | ||
| Peter der Große | ||
| Spezial | ||
| Spezialeinheit: | ||
| Spezialbezirk: | ||
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Grundspiel | ||
Civilopedia
Indo-europäische, Ural-altaische und andere Völker besetzten 2000 v.Chr. das Gebiet des heutigen Russlands, allerdings ist nur wenig über ihre damaligen Siedlungen und Aktivitäten bekannt. Das moderne Russland entstand um 770 n.Chr., als die Wikinger massiv in die Wolga-Region vorstießen. Von ihren Stellungen in den Meeresarmen entlang des östlichen Baltikums zogen skandinavische Horden - vermutlich auf der Suche nach neuen Handelswegen - in Richtung Osten und drangen in das von finnischen und slawischen Stämmen bevölkerte Gebiet vor, wo sie schier unerschöpfliche natürliche Ressourcen vorfanden.
Binnen weniger Jahrzehnte dehnten die Rus, wie die Siedler der Wikinger genannt wurden, ihre Beutezüge gemeinsam mit anderen Skandinaviern entlang der wichtigen Flussläufe nach Westen in Richtung Bagdad und Konstantinopel aus und erreichten 860 das Schwarze Meer. Zwischen 930 und 1000 gelangte die Region vollständig unter die Kontrolle der Rus, deren Regierungssitz sich in der Hauptstadt Kiew befand. Das Fundament dieses wachsenden Kiewer Reiches bildete der von den Wikingerprinzen organisierte Handel. Seit der Christianisierung durch byzantinische Missionare (um 1000) waren Kiew und die russischen Staaten des Mittelalters eng mit der byzantinischen Kultur verbunden. Das vereinte Kiew zerbrach nach 1054 unter den Angriffen nomadischer Steppenvölker in mehrere unabhängige Fürstentümer. Während der Mongolenkriege (1237-40) wurden zahlreiche russische Städte zerstört und unzählige Mitglieder des aufstrebenden russischen Mittelstandes (vorwiegend Fellhändler) ausgelöscht. In der Folgezeit wurde Russland von mehreren autokratischen Regenten beherrscht.
Im Laufe der Jahre übernahm das kleine Fürstentum Moskau eine führende Rolle, da es als erstes Land die mongolischen Kriegsherrn zur Abgabe von Steuern verpflichtete. Auf diese Weise gelang es den Prinzen Moskaus schließlich, das Joch der mongolischen Unterdrückung hinter sich zu lassen. Iwan III. (1462-1505) konsolidierte die Errungenschaften seines Vaters Wassili II. Doch erst sein kriegerischer Nachfolger Ivan IV. der Schreckliche (1533-84) war mächtig genug, sich zum Zar aller Russen krönen zu lassen (1547). Die "Anhäufung der russischen Ländereien" wurde 500 Jahre lang von Moskau fortgesetzt, bis schließlich alle slawischen Gebiete, sowohl die russischen Territorien als auch die weißrussischen und ukrainischen Regionen, annektiert waren. Die Thronbesteigung Peters des Großen (1694-1725) leitete die sozialen, politischen und intellektuellen Entwicklungen ein, die in den nächsten 200 Jahren in Russland vonstatten gehen sollten. Die Lage seiner Hauptstadt St. Petersburg am Ufer des Golfs von Finnland war das Symbol für die einsetzende Europäisierung Russlands. Während der russische Adel das Hofzeremoniell und die militärische Kultur des Westens übernahm, litt der Großteil der russischen Bevölkerung jedoch weiterhin unter bitterer Armut und der traditionellen Leibeigenschaft.
Katharina die Große (1762-1796) erwies sich später als die wahre intellektuelle und politische Erbin Peters des Großen (obwohl sie mit diesem als deutsche Prinzessin nicht einmal verwandt war). Katharinas Herrschaft war von der Expansion des Reiches geprägt. Am wichtigsten war hierbei die Sicherung des nördlichen Ufers des Schwarzen Meeres, die Besetzung der Krim und die weitere Ausdehnung des Reiches in die Steppengebiete jenseits des Urals. Damit waren die russischen Bauernsiedlungen im Süden geschützt, und zugleich konnten Handelswege durch das Schwarze Meer errichtet werden. Unterdessen verloren die Militärdemokratien der Kosaken bei den Flüssen Dnjepr, Don und Wolga ihre Autonomie und ihre privilegierte Sonderstellung; die wohlhabenderen Offiziere wurden zwar zu russischen Edelleuten ernannt und erhielten das Recht, Leibeigene zu besitzen und auf ihrem Land anzusiedeln, aber die tapferen Reiter wurden zu Bauern mit speziellen militärischen Verpflichtungen degradiert. Die Teilung Polens führte Russland schließlich noch weiter (wenn auch nur geografisch) an den Rest Europas heran.
Trotz Peters und Katharinas Erbe herrschte in Russland zur Zeit von Nikolaus II. (1894-1917) das Chaos: Das Land befand sich in einem beschwerlichen Krieg und das Volk war von Armut und Unterdrückung geplagt. Die Niederlage im russisch-japanischen Krieg nach der Revolution von 1905 zeigte überdeutlich, dass Russland drastischer Reformen bedurfte. Doch die aristokratische Struktur des Zarenreichs war auf den einsetzenden Wandel nur schlecht vorbereitet. Die von der Unzufriedenheit der russischen Bevölkerung getragene Revolution des Jahres 1917 besiegelte schließlich den Untergang des alten Russlands. Die provisorische Regierung unter Ministerpräsident Kerenski versprach einen moderaten Ansatz, um die Probleme zu lösen, brach aber angesichts der bolschewistischen Revolution zusammen. Aufgrund des Herrschaftsanspruchs der Bolschewiken auf ganz Russland und den Rest des früheren Zarenreiches war ein Bürgerkrieg unvermeidbar, in dessen Verlauf sich die Kommunisten 1922 schließlich gegen die Zaristen durchsetzten. Stalin sollte die Konsolidierung der kommunistischen Macht vollenden, die Lenin begonnen hatte. Stalin festigte seine Macht durch gezielten Terror gegen seine politischen Gegner. Ab 1928 war die russische Wirtschaft strengen Fünfjahresplänen unterworfen, die die Industrialisierung des Landes forcieren sollten. Obwohl mehrere, durch die Kollektivierung der Landwirtschaft bedingte, Hungersnöte das russische Volk schwächten, avancierte die Sowjetunion unter Stalins Führung nach dem 2. Weltkrieg zur Supermacht.
Der Kalte Krieg brachte die russische Wirtschaft jedoch an den Rand einer Katastrophe. Während die russische Wirtschaft Stahl für unzählige Panzer produzierte, fehlten in den russischen Haushalten selbst einfachste Dinge des täglichen Lebens. Michail Gorbatschow versuchte die stagnierende Wirtschaft der Sowjetunion durch eine Politik der wirtschaftlichen und politischen Entspannung zwar zu beleben, doch schon bald wurde er selbst ein Opfer der von ihm eingeführten Reformen. Innerhalb weniger Jahre erklärten die sowjetischen Satellitenstaaten ihre Unabhängigkeit und junge Politiker, wie Boris Jelzin, forderten lautstark demokratische Wahlen. Im August 1991 wurde ein schlecht durchdachter, dilettantisch ausgeführter und letztlich erfolgloser Putschversuch unternommen, um Jelzin seines Amtes zu entheben. Dennoch führte dieser Putsch das Ende der kommunistischen Partei herbei und beschleunigte die Auflösung der Sowjetunion: Im Dezember 1991 erklärte Jelzin die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken für aufgelöst, verbot die kommunistische Partei in Russland und beschlagnahmte deren Besitztümer. Wenig später wurde Jelzin zum ersten russischen Präsidenten gewählt. Heute ist das Land hin- und hergerissen zwischen einer Wirtschaft westlicher Prägung und einem russischen Sonderweg.
Peter
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Peter der Große | ||
| Einzigartige Fähigkeit | ||
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| Vorlage:Eigenschaft Peter Civ6 | ||
| Zivilisationen & Spezialeinheit | ||
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| Agenda | ||
| Vorlage:Agenda Peter Civ6 | ||
| Religion | ||
| Orthodoxe Kirche | ||
| Diplomatiebildschirm | ||
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Peter der Große im 3D-Diplomatiebildschirm | ||
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Grundspiel | ||