Rom (Civ6): Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 15. Juni 2026, 20:33 Uhr
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Dieser Beitrag befasst sich mit Rom, wie es in Civilization VI vorkommt. Für Informationen über die entsprechende Zivilisation in anderen Teilen der Spielereihe siehe Rom. |
| Eigenschaft | ||
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| Alle Wege führen nach Rom | ||
| Anführer | ||
| Trajan Julius Cäsar (2K Bonus) | ||
| Spezial | ||
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Grundspiel / Leader Pass | ||
Civilopedia
Um die Entstehung Roms am fruchtbaren Ufer des Tibers ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Fest steht jedoch, dass Teile der heutigen Stadt Rom bereits 735 v.Chr. gegründet wurden, während die Republik Rom erst 509 v.Chr. nach dem Sturz von Lucius Tarquinius Superbus, dem letzten der sieben Könige Roms, entstand. Sie wurde an einem von den Etruskern gewählten Standort erbaut, die im 6. Jh. v.Chr. den größten Bevölkerungsanteil der italienischen Halbinsel ausmachten. Ihr König Porsenna hatte die Römer besiegt und Tarquinius Superbus vertrieben, doch noch bevor er den Thron besteigen konnte, zwang ihn das widerspenstige Volk schon wieder zum Rückzug. Ihren eigenen vertriebenen König und damit die Monarchie ersetzten die Bürger nun durch zwei gewählte Konsuln - Militärführer der römischen Streitkräfte - sowie einen Senat, der ihnen als beratendes Organ zur Seite stand. Damit hatte das Volk aus eigener Kraft die diversen italienischen Volksgruppen zu einem politischen Ganzen vereint - was den Etruskern nie gelungen war.
Wegen des Bevölkerungswachstums mussten die Römer ihr Reich gegen Ende des 5. Jh. v.Chr. vergrößern - auf Kosten der benachbarten Stadtstaaten. Die ersten beiden Eroberungskriege führten sie gegen die unabhängige Nachbarstadt Fidenae und die große Etruskermetropole Veji. Die Phalanx-Truppenformation, die man sich von den Griechen abgeschaut hatte, waren für Kämpfe in den zerklüfteten Hügeln und Tälern Mittelitaliens allerdings völlig ungeeignet - es mussten eigene, neue Kampfstrategien entwickelt werden: ein taktisches Vormarschsystem, bei dem unabhängig voneinander agierende Legionäre flexible Kampfreihen bildeten. Nun gelang es den Römern, erfolgreiche Eroberungsfeldzüge zu führen und die Vorherrschaft des Römischen Reichs in der antiken Welt zu sichern. Nachdem Rom zunehmend an Macht und Einfluss gewonnen hatte, griffen die übrigen unabhängigen Stadtstaaten zu den Waffen, der folgende Krieg (340-338 v.Chr.) war jedoch schnell zugunsten Roms entschieden. 264 v.Chr. war bereits das gesamte italienische Gebiet südlich der Alpen unter dem Banner Roms "vereint" - entweder waren die Völker annektiert worden oder sie paktierten mit der Republik. Der unaufhaltsame Aufstieg Roms führte nun zum Konflikt mit Karthago, einer etablierten Wirtschaftsmacht in Nordafrika. Nach insgesamt drei Punischen Kriegen (264-146 v.Chr.) gingen die Römer am Ende auch hier siegreich hervor und vernichteten die Stadt. Ihr nächstes ehrgeiziges Ziel war die Vorherrschaft über den gesamten Mittelmeerraum. Kurz nacheinander überrannten die Römer Syrien, Makedonien, Griechenland und Ägypten - allesamt Teile des im Zerfall begriffenen hellenistischen Reichs, das einst von Alexander dem Großen begründet worden war.
Aber diese Aktivitäten forderten ihren Tribut: In der Heimat kam es immer häufiger zu Unruhen, die letztlich im Bürgerkrieg endeten. Die späte Republik erlebte die Auseinandersetzung zwischen Marius und Sulla, den Sklavenaufstand unter der Führung des Spartacus und den Aufstieg großer Persönlichkeiten, wie Pompeius, Cicero und Julius Cäsar. Obwohl Letzterer zu Beginn seiner Karriere der Eitelkeit und Unmännlichkeit bezichtigt wurde, erwies er sich als brillanter Politiker und Feldherr. Cäsar eroberte zwischen 58 und 50 v.Chr. ganz Gallien, bevor er im römischen Bürgerkrieg seine Gegner vernichtete und zum unangefochtenen Herrscher Roms aufstieg. Nach Cäsars Ermordung im Jahre 44 v.Chr. brach erneut ein Bürgerkrieg aus. 31 v.Chr. siegte Cäsars Neffe Octavian in der Schlacht bei Actium und wurde wenig später der Kaiser Roms (27 v.Chr.-14 n.Chr.). Gleichzeitig nahm er den Ehrennamen "Augustus" an.
Von wenigen Ausnahmen wie Caligula (37-41) und Nero (54-68) abgesehen, war das Römische Reich in den ersten 200 Jahren seiner Existenz mit einer Reihe brillanter Herrscher gesegnet, die das Reich von Britannien bis nach Ägypten und von Spanien bis nach Persien ausweiteten. Das Römische Reich zeichnete sich aber auch durch seine Errungenschaften in der Baukunst und der Politik aus. Besonders erfinderisch waren die Römer in den Bereichen Gesetzgebung, Verwaltung und Stadtplanung, wobei sie ebenfalls die Erkenntnisse früherer Völker nutzten - vor allem der Griechen, deren Kulturgut so für alle Zeit erhalten blieb. Das römische Recht wurde im 6. Jh. im Codex Justiniaeus manifestiert, einem komplexen Werk von Präzedenzfällen und Urteilen. Das Straßennetzwerk des Reichs war im Altertum unerreicht und förderte rasante Fortschritte im Handel, in der Landwirtschaft, im Postwesen und natürlich auch im Militärwesen. Die römischen Stadtplaner setzten mit ihren Rohrleitungs- und Kanalsystemen, Dämmen und Aquädukten beispiellose Hygienestandards. Und auch die römischen Architektur- und Kunstwerke waren sorgfältig geplant und detailgenau ausgeführt - wenngleich oftmals der griechische Stil kopiert wurde. Kurz gesagt: Die wissenschaftlichen und kulturellen Errungenschaften des alten Roms waren wegweisend für die europäische Welt.
Nach dem Tod Mark Aurels im Jahr 180 wurde Rom von einigen schwachen Herrschern zugrunde gerichtet. Selbst die einst so angesehene Prätorianergarde des Kaisers verkaufte ihre Dienste nun an den Meistbietenden. Nicht zuletzt deshalb verschliss Rom in den folgenden 70 Jahren nicht weniger als 30 Herrscher. Gleichzeitig drohte das Reich angesichts einiger blutiger Aufstände und des wachsenden Drucks seiner Nachbarn zusammenzubrechen. Erst Diokletian (284-305) gelang die Wiederherstellung der alten Ordnung. Allerdings gab es unter seiner autoritären Herrschaft nur wenig Spielraum für persönliche Freiheiten. Nach Diokletians Rückzug ins Privatleben versank Rom erneut im Chaos, bis es Konstantin (306-337) schließlich gelang, den blutigen Bürgerkrieg zu beenden. Konstantin war aus zwei Gründen bemerkenswert: Zum einen gründete er Konstantinopel als neue Reichshauptstadt. Von hier sollte Byzanz (oder Ostrom) weitere 1000 Jahre regiert werden. Zum anderen legalisierte Konstantin das Christentum und ermöglichte damit die rasche Ausbreitung der Religion in der gesamten römischen Welt.
Nach Konstantins Tod zerfiel das Reich in West- und Ostrom. 395 wurde die Teilung schließlich besiegelt. Als im 4. und 5. Jahrhundert erneut Barbaren in das Römische Reich einfielen, brach das geschwächte Weströmische Reich endgültig zusammen. Der letzte Kaiser des Weströmischen Reichs, Romulus Augustulus, wurde 476 abgesetzt, nachdem das Reich zu einer Karikatur seiner einstigen Macht verkommen war. Trotz des Niedergangs des Römischen Reichs als politische Macht hat die römische Kultur Europa bis heute nachhaltig geprägt.
Trajan
Imperator Cäsar, Optimus Princeps, Römisches Reich
Teile und herrsche!
Der Kaiser Trajan, der den Thron nach der kurzen Herrschaft des gewöhnlichen Nerva bestiegen hatte und dem ein gewisser Hadrian folgte, führte das Reich an den Zenith seiner territorialen Expansion. Der fähigen Soldaten-Kaiser wurde sogar vom römischen Senat offiziell zum optimus princeps ("bester Herrscher") ernannt, vielleicht nicht unparteiisch, aber mit einem gewissen Blickwinkel. Trajan ist zudem bekannt für seine relativ menschenfreundliche Herrschaft (zumindest im Vergleich zu den meisten anderen Kaisern). Er leierte umfassende Projekte für öffentliche Gebäude an und implementierte zukunftsweisende soziale Grundsätze, von denen viele nach seinem Tod im Jahr 117 n. Chr. durch den kurzsichtigen Senat wieder aufgegeben wurden. Er wird als zweiter der "fünf guten Kaiser" betrachtet (allerdings stammt die Bezeichnung von Machiavelli aus dem Jahr 1503, also sollte man sie nicht allzu wörtlich nehmen).
Trajan wurde 53 n. Chr. als Sohn eines prominenten Senators und Generals in der römischen Provinz Hispania Baetica geboren und war nur zum Teil Römer, was möglicherweise ganz gut war. Als Jugendlicher trat er der kaiserlichen Armee bei, eine Karriereentscheidung, die im Kaiserreich oft zu guten Dingen führte ... wenn man die dauernde Kriegsführung an den Grenzen überlebte. Trajan stieg schnell in den Rängen auf, kämpfte an einigen der umstrittensten Fronten und verdiente sich den Respekt mächtiger Männer. Er wurde zum Konsul ernannt, heiratete in eine reiche Familie ein (obwohl zeitgenössische Berichte einige gelegentliche außereheliche Aktivitäten erwähnen) und wurde vom neuen Kaiser Nerva auf das "Drängen" der Prätorianer zu seinem Adoptivsohn bestimmt.
Als der alte Kaiser nach 15 Monaten starb, trat Trajan seine Nachfolge an und erhob Nerva kurz darauf zu einer Gottheit (vielleicht hilft es ja, göttliche Beziehungen zu haben). Bei seinem Einzug in Rom - Trajan befand sich zu dem Zeitpunkt wie üblich an den Grenzen - gab er den Plebejern Almosen, um seine Beliebtheit beim Pöbel zu sichern. Zudem täuschte er klugerweise seinen Unwillen zur Machtübernahme vor, selbst als er damit begann, pragmatische Beziehungen zu reichen Senatsfamilien aufzubauen. Ironischerweise war eines der vorherrschenden Themen von Trajans Amtszeit sein stetiges Eingreifen in die traditionellen Vorrechte des römischen Senats beim Treffen von Entscheidungen.
Trajan liebte das Bauen und sponserte Bauprojekte im gesamten Reich sowie in der Stadt selbst. Außerdem sah er gern seinen Namen auf diesen Bauwerken, für den Fall, dass die Geschichte vergaß, wer der Kaiser war. So entstanden mit der Zeit die Trajanssäule, das Trajansforum, die Trajansbrücke, der Trajansmarkt, die Puente Trajan in Alcántara (Spanien) und zahlreiche Straßen, Aquädukte sowie andere nützliche Konstruktionen. Er hatte zudem eine Schwäche für die Finanzierung von Triumphbögen zur Feier römischer Siege; aufgrund der Erfolge seiner Streitkräfte bei Kriegen im Osten hatte er dazu auch genug Gelegenheiten.
Trajan wurde von den Römern jedoch mehr als siegreicher General gefeiert (mehr Land und Sklaven waren immerhin viel aufregender als noch ein Haufen Steine). Seine erste Eroberung war das "Satelliten"königtum Dakien an der Donau, dem zehn Jahre zuvor durch Kaiser Domitian beschämenderweise ein ungünstiger - jedenfalls für Rom - Frieden gewährt worden war. Kurz nachdem Dakien verschlungen worden war, annektierte Trajan Nabatäa (das heutige südliche Jordanien und nordwestliche Saudi Arabien), ein weiterer Satellitenstaat, der sich als störend herausgestellt hatte. 113 n. Chr. startete Trajan seine letzten Kampagnen gegen Parthien im Osten, das so arrogant war, einen König in Armenien zu sponsern, der für Rom inakzeptabel war. Trajan marschierte zuerst in Armenien ein und fügte es dem Römischen Reich hinzu. Anschließend marschierte er durch Mesopotamien und unterwarf parthische Städte und Satellitenstaaten. Gegen Ende 116 war es vollbracht; Trajan hatte den parthischen König abgesetzt und eine römische Marionette als Herrscher über das restliche Königreich eingesetzt. Doch Trajans Gesundheitszustand verschlechterte sich. Zusätzlich war er gezwungen, Legionen abzuziehen, um sich um ein paar nervige jüdische Rebellen zu kümmern, bevor er seinen Plan abschließen konnte, ganz Kleinasien zu erobern.
Obwohl er sich nicht oft in Rom aufhielt, sorgte Trajan dennoch dafür, dass seine Präsenz spürbar war, indem er den Pöbel zufrieden und unterstützend hielt. Unter seinen besser aufgenommenen Bemühungen war ein dreimonatiges Gladiatoren-Spektakel im Kolosseum, bei dem ca. 11.000 Menschen (hauptsächlich Sklaven und Verbrecher) und Tausende von "wilden" Bestien starben; angeblich soll es über fünf Millionen Zuschauer gegeben haben. Weitaus gütiger war hingegen Trajans Alimenta, ein Regierungsfond zur Unterstützung von Waisen und armen Kindern in und um Rom. Es war eine von mehreren imperialen Bemühungen, das Leben der römischen Bürger zu verbessern, zumindest derer, die auf der italienischen Halbinsel lebten.
All diese Kriege, Spiele, Bauwerke und öffentliche Programme waren teuer. Also machte sich Trajan daran, sich um die finanzielle Krise zu kümmern, die er geerbt hatte. Seine erste Maßnahme war die Einstellung von "correctores" (Rechnungsprüfern), um die staatlichen Ausgaben der eigentlich freien griechischen Städte zu überwachen; sie sorgten auch dafür, dass das Sammeln imperialer Steuern auf dem aufsteigenden Ast war. 107 n. Chr. senkte Trajan den Wert römischer Münzen, indem er die Menge an Silber im Denar reduzierte und dann eine größere Menge Denare prägte als sonst einer seiner Vorgänger. In Kürze war Rom trotz Trajans teurer Neigungen wieder zahlungsfähig.
Trajan fühlte sich krank und brach von seiner letzten parthischen Kampagne in Richtung Rom auf. Doch er starb plötzlich an einem Ödem - im Bett, eine Seltenheit unter römischen Kaisern - nach dem Eintreffen in Selinus (das später natürlich in Trajanopolis umbenannt wurde). Zum Zeitpunkt von Trajans Tod hatte das Römische Reich seinen größten Umfang erreicht: Es erstreckte sich von Hispania bis zum Euphrat und von der Grenze Schottlands bis zum unteren Nil. Seine Nachfolger, von denen Hadrian der Nächste war, sollten den Großteil ihrer Zeit damit verbringen (wenn sie sich nicht gerade Ausschweifungen hingaben), diese Grenzen zu befestigen.
Strategie
Rom ist die eine Zivilisation, bei der man sich darauf verlassen kann, dass sie nicht nachlässt, ehe sie das größte Reich im Spiel ist. Trajan nimmt sich die Worte Julius Caesars zu Herzen: "Veni, vidi, vici" (ich kam, sah und siegte).
Rom möchte rasch Städte errichten und dann schnell zum Maschinenbau weitereilen. Sobald der Maschinenbau unter Dach und Fach ist, können den Städten Bäder hinzugefügt werden, die deren Wachstum dann beschleunigen (was auch mit Trajans kostenlosen Monumenten der Fall ist). Ihre "Alle Wege führen nach Rom"-Fähigkeit verleiht ihnen ein konstantes Einkommen aus ihrem Städtenetzwerk. (
Handelswege von den inneren Städten ihres Reiches ins Ausland sollten auch funktionieren; nicht alle
Handelswege müssen sich im Landesinneren befinden). Auch wenn all diese Expansionsbestrebungen zu Konflikten führen werden, wird dies voraussichtlich aber erst dann passieren, wenn die Legion ins Spiel kommt. Die Fähigkeit der Legion, Festungen zu bauen, kommt für Rom zwei Epochen früher als für andere Zivilisationen. Diesen Vorteil effektiv zu nutzen ist der Schlüssel, um an seinem expansiven und mächtigen Reich festzuhalten.
Julius Cäsar