Russland (Civ6): Unterschied zwischen den Versionen
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| + | ===Durch Gottes Gnaden der vorzüglichste und große herrschende Prinz, Zar von ganz Russland === | ||
| + | ''' Vergiss nie, dein Volk zu speisen. Der Soldaten Bäuche sind nicht gesättigt durch leere Versprechungen und Hoffnungen.''' | ||
| + | Ob Peter Alexejewitsch den Beinahmen "der Große" verdient oder nicht, er hat auf jeden Fall einige beeindruckende Erfolge aus seiner vier Jahrzehnte anhaltenden Herrschaft über Russland vorzuweisen. Zum Zeitpunkt seines Todes war Russland modernisiert, aufgeklärt und revolutioniert und hatte sich dem Westen angenähert, zumindest in den Bereichen Kultur und Wissenschaft. In einer Reihe erfolgreicher Kriege hatte Peter Häfen am Schwarzen Meer und an der Ostsee eingenommen und Russland zu einem gewichtigen Spieler der Europapolitik gemacht. Spuren seines Vermächtnisses sind noch heute in Russland und Osteuropa zu finden. | ||
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| + | Peter war nicht in seinem Handeln eingeschränkt wie seine älteren Halbbrüder, der kränkliche und schwache Fjodor III. und Iwan V., der nicht nur als kränklich, sondern auch als geistig minderbemittelt galt. Als Fjodor III. im Mai des Jahres 1682 kinderlos starb, ernannte die Bojarenduma den zu dieser Zeit 10-jährigen Peter zum Zaren, seine Mutter Natalja Naryschkina wurde als amtierende Regentin eingesetzt. Eine Revolte der Strelizen (der russischen Palastgarde), die von Iwans ambitionierter Schwester und Peters Halbschwester Sofia Alexejewna eingefädelt worden war, zwang die Bojaren dazu, Peter und Iwan gemeinsam herrschen zu lassen, wobei Iwan als Älterem die höhere Stellung zugesprochen wurde. In dem Tumult wurden einige Mitglieder von Peters Familie und Freundeskreis auf Sofias Befehl hin von den Strelizen getötet - und Peter hatte ein gutes Gedächtnis. | ||
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| + | Sofia wurde zur amtierenden Regentin ernannt, was den jungen Peter jedoch nicht weiter störte, hatte der doch mehr Interesse daran, Modellschiffe zu bauen, zu segeln und gespielte Kriege gegen seine große Sammlung von Spielzeugsoldaten zu führen - und zu lernen. Peter war intelligent (manche sagen brillant) und sein Vater hatte einige der klügsten Köpfe der russischen Aufklärung als seine Lehrer bestellt. Sie lehrten ihn all die verwirrenden Konzepte, die derzeit in Europa beliebt waren: gütiger Absolutismus, Gleichheit (unter den Nicht-Königlichen, versteht sich), wissenschaftlicher Fortschritt, Redefreiheit, die "Res publica literaria" ("Republik der Gelehrten") und eine ganze Reihe anderer europäischer Bräuche. | ||
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| + | Mitten in seinen Studien plante seine Mutter 1689, ihn durch eine arrangierte Ehe mit Jewdokija Fjodorowna Lopuchina abzulenken, was jedoch nicht von Erfolg gekrönt war: Zehn Jahre später zwang Peter Jewdokija dazu, Nonne zu werden und verbannte sie in das Kloster Susdal. Kaum mehr als nur ein Zeitvertreib war Peters Plan, seiner Halbschwester die Macht zu entreißen. Als sie von seinem Vorhaben erfuhr, holte Sofia zum Erstschlag aus. Als die Strelizen revoltierten, floh Peter in ein uneinnehmbares orthodoxes Kloster, um dort seine eigenen Streitkräfte zu sammeln. Letztendlich wurde Sofia gestürzt und dazu gezwungen, einem Konvent beizutreten. Die geteilte Herrschaft mit dem senilen und nahezu blinden Iwan hatte zwar noch Bestand, Peter war jedoch der wahre Machthaber. | ||
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| + | Mit dem Wissen um all die Gedanken der Aufklärung, das er in sich aufgesogen hatte, setzte Peter nahezu umgehend weitreichende Reformen um, die darauf abzielten, Russland nach europäischem Vorbild zu modernisieren. Damit rief er zwar Widerstand hervor in Form von Aufständen der Strelizen, Bojaren, Baschkiren und Kosaken, doch seine Reaktion kam stets schnell und brutal. Er setzte seine "soziale Modernisierung" zielstrebig durch. Als Zeichen für den Fortschritt von Russlands voranschreitender Zivilisierung nach außen befahl Peter seinen Höflingen, Beamten und Offizieren, die Bärte zu rasieren und moderne Kleidung zu tragen. Im September 1698 erließ er sogar eine Steuer auf Bärte und Gewänder. | ||
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| + | Doch um diesen Fortschritt vorantreiben zu können, brauchte Russland dringend einen leichteren Verbindungsweg mit Europa: Meereshäfen, die Peters Reich für den Austausch von Gütern und Wissen mit dem Westen öffnen würden. Im Norden wurde die Ostsee von den Schweden beherrscht, im Süden hatten die Osmanen die Vorherrschaft über das Schwarze Meer und die persischen Safawiden über das Kaspische Meer. Um einen Krieg gegen derart mächtige Nachbarn auch nur in Erwägung zu ziehen, brauchte Peter Verbündete und Unterstützer unter den europäischen Monarchen. 1697 brach er zu seiner "Großen Gesandtschaft" auf, um sich diese zu sichern. | ||
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| + | Auch wenn seine Pläne zunächst nicht erfolgreich waren und Russland anschließend gezwungen war, es alleine mit den schwergewichtigen Nachbarn aufzunehmen, bot sich Peter die Gelegenheit, Europa selbst zu besichtigen, von Amsterdam über London bis Leipzig und Wien - und er war fasziniert. Er studierte den Schiffsbau der niederländischen Ostindien-Kompanie und heuerte Schiffsbauer und Seeleute an, nach Russland zu kommen. Er stattete dem legendären Frederik Ruysch einen Besuch ab, von dem er lernte, Zähne zu zeichnen und Schmetterlinge zu sammeln. In England traf er den König und lernte alles über die moderne Stadtplanung von Manchester. Leider zwang ein Aufstand der Strelizen Peter dazu, seinen Aufenthalt in Europa zu verkürzen. Zuhause angekommen ließ Peter 1.200 der Aufständischen foltern und hinrichten, bevor er die Strelizen auflöste und eine neue königliche Garde aufstellte. | ||
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| + | Doch auch ohne Verbündete wurde Russland durch Peter in einen Krieg mit den Türken gestürzt. Der Ausbruch des Großen Nordischen Kriegs zwang ihn dazu, die Differenzen für eine Weile beizulegen, konnte jedoch Asow, eine strategische Festung an der Mündung des Don in das Schwarze Meer, die er eingenommen hatte, weiterhin halten. Während der schwedische König Karl XII., der ein militärisches Genie war, in Kämpfe gegen Polen verstrickt war, nahm Peter 1703 Ingermanland an der Ostsee ein und baute die Stadt St. Petersburg, die er zur neuen russischen Hauptstadt machte. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Karl XII. die Polen besiegt hatte, war Peter vorbereitet auf die schwedische Invasion. Die Russen zogen sich zunächst immer weiter nach Süden zurück, wobei sie gelegentliche Niederlagen einstecken mussten, um schließlich in der Schlacht bei Poltawa den großen Sieg zu erringen und den Krieg zu beenden. Letztendlich hatte Peter bis 1721 einige neue Gebiete für sein Reich errungen: Livland, Estland, Ingermanland und einen nicht unerheblichen Teil von Karelia. | ||
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| + | Peter der Große verbrauchte sein Lebensende erneut damit, sein Land zu reformieren. So organisierte er die Russisch-Orthodoxe Kirche neu: Als das traditionelle Oberhaupt der Kirche, der Patriarch von Moskau, starb, weigerte der Zar sich, einen Nachfolger zu benennen, wie es üblich war, und erschuf stattdessen den Heiligen Synod, um die Kirche zu leiten. Zudem erließ er ein Gesetz, das es jedem Mann untersagte, einem Kloster beizutreten, bevor er das Alter von fünfzig Jahren erreichte, da er der Ansicht war, dass sonst die produktiven Jahre verschwendet würden. Er erließ ein Dekret, durch das die allgemeine Schulpflicht eingeführt wurde, schaffte die Landschafts- und Haushaltssteuern ab - führte dafür jedoch eine Kopfsteuer ein, um den öffentlichen Haushalt nicht zu gefährden - und begann mit dem Bau von Schloss Peterhof. Die Vollendung des Baus erlebte er jedoch nicht mehr: 1725 starb er im Alter von 52 Jahren. | ||
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| + | === Strategie === | ||
| + | Peters Russland ist die sich verbreitende Amöbe, die man nicht als Nachbar haben möchte. Er versteht es bestens, alle Ländereien, Technologien und Ausrichtungen um ihn herum zu vereinnahmen! | ||
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| + | Peters Bonusse sind ideal, um weit reichende Gebiete auf dem Land zu übernehmen, erstens, weil jede Stadt groß beginnt, und zweitens, weil Lawras zusätzliche Geländefelder für ihre Stadt erhalten, wenn eine Große Persönlichkeit eingesetzt wird. Die Städte Russlands werden schnell viele Geländefelder erhalten. Dies, gekoppelt mit Peters Fähigkeit, {{6forsch}} Wissenschaft und {{6kult}} Kultur von den Anführern dieser Bereiche zu absorbieren, beschert Euch ein äußerst mächtiges Reich, das jede Art von Sieg erringen kann. | ||
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Version vom 15. Juni 2026, 20:13 Uhr
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Dieser Beitrag befasst sich mit Russland, wie es in Civilization VI vorkommt. Für Informationen über die entsprechende Zivilisation in anderen Teilen der Spielereihe siehe Russland. |
| Eigenschaft | ||
|---|---|---|
| Mütterchen Russland | ||
| Anführer | ||
| Peter der Große | ||
| Spezial | ||
| Spezialeinheit: | ||
| Spezialbezirk: | ||
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Grundspiel | ||
Civilopedia
Indo-europäische, Ural-altaische und andere Völker besetzten 2000 v.Chr. das Gebiet des heutigen Russlands, allerdings ist nur wenig über ihre damaligen Siedlungen und Aktivitäten bekannt. Das moderne Russland entstand um 770 n.Chr., als die Wikinger massiv in die Wolga-Region vorstießen. Von ihren Stellungen in den Meeresarmen entlang des östlichen Baltikums zogen skandinavische Horden - vermutlich auf der Suche nach neuen Handelswegen - in Richtung Osten und drangen in das von finnischen und slawischen Stämmen bevölkerte Gebiet vor, wo sie schier unerschöpfliche natürliche Ressourcen vorfanden.
Binnen weniger Jahrzehnte dehnten die Rus, wie die Siedler der Wikinger genannt wurden, ihre Beutezüge gemeinsam mit anderen Skandinaviern entlang der wichtigen Flussläufe nach Westen in Richtung Bagdad und Konstantinopel aus und erreichten 860 das Schwarze Meer. Zwischen 930 und 1000 gelangte die Region vollständig unter die Kontrolle der Rus, deren Regierungssitz sich in der Hauptstadt Kiew befand. Das Fundament dieses wachsenden Kiewer Reiches bildete der von den Wikingerprinzen organisierte Handel. Seit der Christianisierung durch byzantinische Missionare (um 1000) waren Kiew und die russischen Staaten des Mittelalters eng mit der byzantinischen Kultur verbunden. Das vereinte Kiew zerbrach nach 1054 unter den Angriffen nomadischer Steppenvölker in mehrere unabhängige Fürstentümer. Während der Mongolenkriege (1237-40) wurden zahlreiche russische Städte zerstört und unzählige Mitglieder des aufstrebenden russischen Mittelstandes (vorwiegend Fellhändler) ausgelöscht. In der Folgezeit wurde Russland von mehreren autokratischen Regenten beherrscht.
Im Laufe der Jahre übernahm das kleine Fürstentum Moskau eine führende Rolle, da es als erstes Land die mongolischen Kriegsherrn zur Abgabe von Steuern verpflichtete. Auf diese Weise gelang es den Prinzen Moskaus schließlich, das Joch der mongolischen Unterdrückung hinter sich zu lassen. Iwan III. (1462-1505) konsolidierte die Errungenschaften seines Vaters Wassili II. Doch erst sein kriegerischer Nachfolger Ivan IV. der Schreckliche (1533-84) war mächtig genug, sich zum Zar aller Russen krönen zu lassen (1547). Die "Anhäufung der russischen Ländereien" wurde 500 Jahre lang von Moskau fortgesetzt, bis schließlich alle slawischen Gebiete, sowohl die russischen Territorien als auch die weißrussischen und ukrainischen Regionen, annektiert waren. Die Thronbesteigung Peters des Großen (1694-1725) leitete die sozialen, politischen und intellektuellen Entwicklungen ein, die in den nächsten 200 Jahren in Russland vonstatten gehen sollten. Die Lage seiner Hauptstadt St. Petersburg am Ufer des Golfs von Finnland war das Symbol für die einsetzende Europäisierung Russlands. Während der russische Adel das Hofzeremoniell und die militärische Kultur des Westens übernahm, litt der Großteil der russischen Bevölkerung jedoch weiterhin unter bitterer Armut und der traditionellen Leibeigenschaft.
Katharina die Große (1762-1796) erwies sich später als die wahre intellektuelle und politische Erbin Peters des Großen (obwohl sie mit diesem als deutsche Prinzessin nicht einmal verwandt war). Katharinas Herrschaft war von der Expansion des Reiches geprägt. Am wichtigsten war hierbei die Sicherung des nördlichen Ufers des Schwarzen Meeres, die Besetzung der Krim und die weitere Ausdehnung des Reiches in die Steppengebiete jenseits des Urals. Damit waren die russischen Bauernsiedlungen im Süden geschützt, und zugleich konnten Handelswege durch das Schwarze Meer errichtet werden. Unterdessen verloren die Militärdemokratien der Kosaken bei den Flüssen Dnjepr, Don und Wolga ihre Autonomie und ihre privilegierte Sonderstellung; die wohlhabenderen Offiziere wurden zwar zu russischen Edelleuten ernannt und erhielten das Recht, Leibeigene zu besitzen und auf ihrem Land anzusiedeln, aber die tapferen Reiter wurden zu Bauern mit speziellen militärischen Verpflichtungen degradiert. Die Teilung Polens führte Russland schließlich noch weiter (wenn auch nur geografisch) an den Rest Europas heran.
Trotz Peters und Katharinas Erbe herrschte in Russland zur Zeit von Nikolaus II. (1894-1917) das Chaos: Das Land befand sich in einem beschwerlichen Krieg und das Volk war von Armut und Unterdrückung geplagt. Die Niederlage im russisch-japanischen Krieg nach der Revolution von 1905 zeigte überdeutlich, dass Russland drastischer Reformen bedurfte. Doch die aristokratische Struktur des Zarenreichs war auf den einsetzenden Wandel nur schlecht vorbereitet. Die von der Unzufriedenheit der russischen Bevölkerung getragene Revolution des Jahres 1917 besiegelte schließlich den Untergang des alten Russlands. Die provisorische Regierung unter Ministerpräsident Kerenski versprach einen moderaten Ansatz, um die Probleme zu lösen, brach aber angesichts der bolschewistischen Revolution zusammen. Aufgrund des Herrschaftsanspruchs der Bolschewiken auf ganz Russland und den Rest des früheren Zarenreiches war ein Bürgerkrieg unvermeidbar, in dessen Verlauf sich die Kommunisten 1922 schließlich gegen die Zaristen durchsetzten. Stalin sollte die Konsolidierung der kommunistischen Macht vollenden, die Lenin begonnen hatte. Stalin festigte seine Macht durch gezielten Terror gegen seine politischen Gegner. Ab 1928 war die russische Wirtschaft strengen Fünfjahresplänen unterworfen, die die Industrialisierung des Landes forcieren sollten. Obwohl mehrere, durch die Kollektivierung der Landwirtschaft bedingte, Hungersnöte das russische Volk schwächten, avancierte die Sowjetunion unter Stalins Führung nach dem 2. Weltkrieg zur Supermacht.
Der Kalte Krieg brachte die russische Wirtschaft jedoch an den Rand einer Katastrophe. Während die russische Wirtschaft Stahl für unzählige Panzer produzierte, fehlten in den russischen Haushalten selbst einfachste Dinge des täglichen Lebens. Michail Gorbatschow versuchte die stagnierende Wirtschaft der Sowjetunion durch eine Politik der wirtschaftlichen und politischen Entspannung zwar zu beleben, doch schon bald wurde er selbst ein Opfer der von ihm eingeführten Reformen. Innerhalb weniger Jahre erklärten die sowjetischen Satellitenstaaten ihre Unabhängigkeit und junge Politiker, wie Boris Jelzin, forderten lautstark demokratische Wahlen. Im August 1991 wurde ein schlecht durchdachter, dilettantisch ausgeführter und letztlich erfolgloser Putschversuch unternommen, um Jelzin seines Amtes zu entheben. Dennoch führte dieser Putsch das Ende der kommunistischen Partei herbei und beschleunigte die Auflösung der Sowjetunion: Im Dezember 1991 erklärte Jelzin die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken für aufgelöst, verbot die kommunistische Partei in Russland und beschlagnahmte deren Besitztümer. Wenig später wurde Jelzin zum ersten russischen Präsidenten gewählt. Heute ist das Land hin- und hergerissen zwischen einer Wirtschaft westlicher Prägung und einem russischen Sonderweg.
Peter
Durch Gottes Gnaden der vorzüglichste und große herrschende Prinz, Zar von ganz Russland
Vergiss nie, dein Volk zu speisen. Der Soldaten Bäuche sind nicht gesättigt durch leere Versprechungen und Hoffnungen.
Ob Peter Alexejewitsch den Beinahmen "der Große" verdient oder nicht, er hat auf jeden Fall einige beeindruckende Erfolge aus seiner vier Jahrzehnte anhaltenden Herrschaft über Russland vorzuweisen. Zum Zeitpunkt seines Todes war Russland modernisiert, aufgeklärt und revolutioniert und hatte sich dem Westen angenähert, zumindest in den Bereichen Kultur und Wissenschaft. In einer Reihe erfolgreicher Kriege hatte Peter Häfen am Schwarzen Meer und an der Ostsee eingenommen und Russland zu einem gewichtigen Spieler der Europapolitik gemacht. Spuren seines Vermächtnisses sind noch heute in Russland und Osteuropa zu finden.
Peter war nicht in seinem Handeln eingeschränkt wie seine älteren Halbbrüder, der kränkliche und schwache Fjodor III. und Iwan V., der nicht nur als kränklich, sondern auch als geistig minderbemittelt galt. Als Fjodor III. im Mai des Jahres 1682 kinderlos starb, ernannte die Bojarenduma den zu dieser Zeit 10-jährigen Peter zum Zaren, seine Mutter Natalja Naryschkina wurde als amtierende Regentin eingesetzt. Eine Revolte der Strelizen (der russischen Palastgarde), die von Iwans ambitionierter Schwester und Peters Halbschwester Sofia Alexejewna eingefädelt worden war, zwang die Bojaren dazu, Peter und Iwan gemeinsam herrschen zu lassen, wobei Iwan als Älterem die höhere Stellung zugesprochen wurde. In dem Tumult wurden einige Mitglieder von Peters Familie und Freundeskreis auf Sofias Befehl hin von den Strelizen getötet - und Peter hatte ein gutes Gedächtnis.
Sofia wurde zur amtierenden Regentin ernannt, was den jungen Peter jedoch nicht weiter störte, hatte der doch mehr Interesse daran, Modellschiffe zu bauen, zu segeln und gespielte Kriege gegen seine große Sammlung von Spielzeugsoldaten zu führen - und zu lernen. Peter war intelligent (manche sagen brillant) und sein Vater hatte einige der klügsten Köpfe der russischen Aufklärung als seine Lehrer bestellt. Sie lehrten ihn all die verwirrenden Konzepte, die derzeit in Europa beliebt waren: gütiger Absolutismus, Gleichheit (unter den Nicht-Königlichen, versteht sich), wissenschaftlicher Fortschritt, Redefreiheit, die "Res publica literaria" ("Republik der Gelehrten") und eine ganze Reihe anderer europäischer Bräuche.
Mitten in seinen Studien plante seine Mutter 1689, ihn durch eine arrangierte Ehe mit Jewdokija Fjodorowna Lopuchina abzulenken, was jedoch nicht von Erfolg gekrönt war: Zehn Jahre später zwang Peter Jewdokija dazu, Nonne zu werden und verbannte sie in das Kloster Susdal. Kaum mehr als nur ein Zeitvertreib war Peters Plan, seiner Halbschwester die Macht zu entreißen. Als sie von seinem Vorhaben erfuhr, holte Sofia zum Erstschlag aus. Als die Strelizen revoltierten, floh Peter in ein uneinnehmbares orthodoxes Kloster, um dort seine eigenen Streitkräfte zu sammeln. Letztendlich wurde Sofia gestürzt und dazu gezwungen, einem Konvent beizutreten. Die geteilte Herrschaft mit dem senilen und nahezu blinden Iwan hatte zwar noch Bestand, Peter war jedoch der wahre Machthaber.
Mit dem Wissen um all die Gedanken der Aufklärung, das er in sich aufgesogen hatte, setzte Peter nahezu umgehend weitreichende Reformen um, die darauf abzielten, Russland nach europäischem Vorbild zu modernisieren. Damit rief er zwar Widerstand hervor in Form von Aufständen der Strelizen, Bojaren, Baschkiren und Kosaken, doch seine Reaktion kam stets schnell und brutal. Er setzte seine "soziale Modernisierung" zielstrebig durch. Als Zeichen für den Fortschritt von Russlands voranschreitender Zivilisierung nach außen befahl Peter seinen Höflingen, Beamten und Offizieren, die Bärte zu rasieren und moderne Kleidung zu tragen. Im September 1698 erließ er sogar eine Steuer auf Bärte und Gewänder.
Doch um diesen Fortschritt vorantreiben zu können, brauchte Russland dringend einen leichteren Verbindungsweg mit Europa: Meereshäfen, die Peters Reich für den Austausch von Gütern und Wissen mit dem Westen öffnen würden. Im Norden wurde die Ostsee von den Schweden beherrscht, im Süden hatten die Osmanen die Vorherrschaft über das Schwarze Meer und die persischen Safawiden über das Kaspische Meer. Um einen Krieg gegen derart mächtige Nachbarn auch nur in Erwägung zu ziehen, brauchte Peter Verbündete und Unterstützer unter den europäischen Monarchen. 1697 brach er zu seiner "Großen Gesandtschaft" auf, um sich diese zu sichern.
Auch wenn seine Pläne zunächst nicht erfolgreich waren und Russland anschließend gezwungen war, es alleine mit den schwergewichtigen Nachbarn aufzunehmen, bot sich Peter die Gelegenheit, Europa selbst zu besichtigen, von Amsterdam über London bis Leipzig und Wien - und er war fasziniert. Er studierte den Schiffsbau der niederländischen Ostindien-Kompanie und heuerte Schiffsbauer und Seeleute an, nach Russland zu kommen. Er stattete dem legendären Frederik Ruysch einen Besuch ab, von dem er lernte, Zähne zu zeichnen und Schmetterlinge zu sammeln. In England traf er den König und lernte alles über die moderne Stadtplanung von Manchester. Leider zwang ein Aufstand der Strelizen Peter dazu, seinen Aufenthalt in Europa zu verkürzen. Zuhause angekommen ließ Peter 1.200 der Aufständischen foltern und hinrichten, bevor er die Strelizen auflöste und eine neue königliche Garde aufstellte.
Doch auch ohne Verbündete wurde Russland durch Peter in einen Krieg mit den Türken gestürzt. Der Ausbruch des Großen Nordischen Kriegs zwang ihn dazu, die Differenzen für eine Weile beizulegen, konnte jedoch Asow, eine strategische Festung an der Mündung des Don in das Schwarze Meer, die er eingenommen hatte, weiterhin halten. Während der schwedische König Karl XII., der ein militärisches Genie war, in Kämpfe gegen Polen verstrickt war, nahm Peter 1703 Ingermanland an der Ostsee ein und baute die Stadt St. Petersburg, die er zur neuen russischen Hauptstadt machte. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Karl XII. die Polen besiegt hatte, war Peter vorbereitet auf die schwedische Invasion. Die Russen zogen sich zunächst immer weiter nach Süden zurück, wobei sie gelegentliche Niederlagen einstecken mussten, um schließlich in der Schlacht bei Poltawa den großen Sieg zu erringen und den Krieg zu beenden. Letztendlich hatte Peter bis 1721 einige neue Gebiete für sein Reich errungen: Livland, Estland, Ingermanland und einen nicht unerheblichen Teil von Karelia.
Peter der Große verbrauchte sein Lebensende erneut damit, sein Land zu reformieren. So organisierte er die Russisch-Orthodoxe Kirche neu: Als das traditionelle Oberhaupt der Kirche, der Patriarch von Moskau, starb, weigerte der Zar sich, einen Nachfolger zu benennen, wie es üblich war, und erschuf stattdessen den Heiligen Synod, um die Kirche zu leiten. Zudem erließ er ein Gesetz, das es jedem Mann untersagte, einem Kloster beizutreten, bevor er das Alter von fünfzig Jahren erreichte, da er der Ansicht war, dass sonst die produktiven Jahre verschwendet würden. Er erließ ein Dekret, durch das die allgemeine Schulpflicht eingeführt wurde, schaffte die Landschafts- und Haushaltssteuern ab - führte dafür jedoch eine Kopfsteuer ein, um den öffentlichen Haushalt nicht zu gefährden - und begann mit dem Bau von Schloss Peterhof. Die Vollendung des Baus erlebte er jedoch nicht mehr: 1725 starb er im Alter von 52 Jahren.
Strategie
Peters Russland ist die sich verbreitende Amöbe, die man nicht als Nachbar haben möchte. Er versteht es bestens, alle Ländereien, Technologien und Ausrichtungen um ihn herum zu vereinnahmen!
Peters Bonusse sind ideal, um weit reichende Gebiete auf dem Land zu übernehmen, erstens, weil jede Stadt groß beginnt, und zweitens, weil Lawras zusätzliche Geländefelder für ihre Stadt erhalten, wenn eine Große Persönlichkeit eingesetzt wird. Die Städte Russlands werden schnell viele Geländefelder erhalten. Dies, gekoppelt mit Peters Fähigkeit,
Wissenschaft und
Kultur von den Anführern dieser Bereiche zu absorbieren, beschert Euch ein äußerst mächtiges Reich, das jede Art von Sieg erringen kann.