Deutschland (Civ6)
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Dieser Beitrag befasst sich mit Deutschland, wie es in Civilization VI vorkommt. Für Informationen über die entsprechende Zivilisation in anderen Teilen der Spielereihe siehe Deutschland. |
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Freie Reichsstädte
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| Friedrich I. Barbarossa und Ludwig II. | ||
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Grundspiel / Leader Pass | ||
Civilopedia
Die germanischen Stämme gerieten erstmals durch Julius Cäsars gallische Kriege ins Rampenlicht der Geschichte. Die Bemühungen der Römer, ihre Vorherrschaft über den Rhein auszudehnen, dauerten zwar jahrzehntelang an, doch schließlich gelang es ihnen, die Grenzen entlang des Rheins und der Donau zu stabilisieren. Zu diesem Zeitpunkt erstreckte sich die germanische Kultur von Skandinavien bis weit in die südlichen Karpaten. Wenngleich die Grenze massiv befestigt war, stellte sie nie ein Hindernis für den Handel oder den Austausch von Kulturgut dar. Auf der Flucht vor den Hunnen fielen unzählige germanische Stämme im 4. und 5. Jahrhundert in das römische Reich ein. Während Ostrom die Krise überdauerte und weitere 1000 Jahre existierte, schufen die germanischen Stämme im Westen Europas eigenständige Königreiche.
In der Folgezeit gelang es vor allem den Franken, sich gegen die übrigen Stämme durchzusetzen. Die merowingischen Könige und ihre karolingischen Nachfolger brachten einen Großteil des späteren deutschen Hoheitsgebiets unter fränkische Kontrolle, aber die endlosen Angriffe seitens der Dänen, Sarazenen (Muslime) und Mayaren im späten 9. und 10. Jh. schwächten den Zusammenhalt des Königreichs. Weil die Karolinger nicht in der Lage waren, ihr Territorium effizient zu verteidigen, entstanden in fast allen germanischen Landstrichen einflussreiche Herrschergeschlechter von Markgrafen, Grafen und Erbadeligen, deren gegenseitiges Ränkeschmieden und Kriegführen immer nur für kurze Zeit abriss, wenn ein charismatischer Herrscher wie Friedrich Barbarossa (1155-1190) in Erscheinung trat. Die germanische Geschichte der Folgezeit war trotz der zentralen Rolle des Heiligen Römischen Reichs vom Aufstieg und Fall der feudalen Grundsätze geprägt. Es sollte nahezu 1000 Jahre dauern, bis Deutschland wieder unter einem einzigen Herrscher geeint war.
Schließlich sollte das kleine Königreich Preußen die 100 deutschen Kleinstaaten unter einem gemeinsamen Banner vereinen. Die preußischen Könige hatten ihren Einfluss durch eine kluge Heiratspolitik und mehrere Kriege immer weiter ausgedehnt. König Friedrich Wilhelm I. (1713-40) formte das preußische Heer zu einer der schlagkräftigsten Armeen Europas. Mit dieser Streitmacht fügte sein Sohn, Friedrich II., der Große (1740-86), den europäischen Großmächten Österreich und Russland einige schwere Niederlagen zu. Gleichzeitig war Friedrich ein bedeutender Förderer der Künste. An seinem Hof lebten Philosophen und Künstler aus ganz Europa. Schließlich verstand sich der aufgeklärte Despot gleichermaßen auf die Abwehr russischer Invasionsversuche als auch auf das Flötenspiel.
Nach den Demütigungen und militärischen Niederlagen während der Französischen Revolution und der napoleonischen Kriege gelang Preußen die Umstrukturierung und Modernisierung des Reichs. Angesichts der deutschlandweiten Unruhen während der Revolution des Jahres 1848 zog Wilhelm I. von Preußen (1861-88) zunächst die Abdankung zugunsten seines Sohnes in Betracht, der allem Anschein nach ähnliche politische Ansichten vertrat wie die liberale Opposition. Stattdessen ließ sich Wilhelm I. jedoch überreden, eine völlig neue Regierung unter der Führung von Otto von Bismarck, dem preußischen Botschafter in Paris, zu bilden. Im September 1862 sorgte die Meldung, dass ein konservativer, nationalistischer und realpolitischer Staatsmann zum Reichskanzler Preußens ernannt worden war, in ganz Europa für Aufsehen. Nach drei kurzen aber entscheidenden Kriegen gegen Dänemark, Österreich und Frankreich, die jeweils von deutschen Einzelstaaten im Verbund geführt worden waren, proklamierte Bismarck im Januar 1871 das Deutsche Reich - und hatte Deutschland damit in nur zehn Jahren geeint. (Böse Zungen behaupten, Preußen hätte Deutschland eher unterworfen.)
Allerdings führte derselbe Nationalismus, der die Einigung ermöglicht hatte, wenig später zur Katastrophe. Als König Wilhelm II. das bismarcksche Bündnissystem, das die Feinde Preußens isoliert hatte, ignorierte und leichtfertig den 1. Weltkrieg entfesselte, stand das Deutsche Reich plötzlich einer Koalition Großbritanniens, Frankreichs und Russlands gegenüber. Trotz anfänglicher Erfolge entwickelte sich der Konflikt zu einem Stellungskrieg, den Deutschland (spätestens nach dem Kriegseintritt der USA im Jahr 1917) nicht gewinnen konnte. Nachdem die westlichen Alliierten nach dem 1. Weltkrieg einen immer noch von Misstrauen durchsetzten Frieden geschlossen hatten, begann 1929 der weltweite Wirtschaftskollaps - und bereitete damit den Nährboden für politischen Extremismus. In den nächsten 10 Jahren gelang es Nationalsozialisten und Kommunisten, die politischen und wirtschaftlichen Ressentiments zu schüren, die aus der militärischen Niederlage und der Wirtschaftskrise resultierten. Hitlers Ernennung zum Kanzler im Januar 1933 stützte sich nicht auf die breite Zustimmung der Bevölkerung, sondern war vielmehr das Ergebnis unablässiger politischer Intrigen.
Der 2. Weltkrieg wird oft auch als "Hitlers Krieg" bezeichnet, denn er setzte revolutionäre neue Taktiken ein, wie die Panzerformationen. Damit kam er seinem Ziel, die Vorherrschaft über ganz Europa zu erlangen, sehr nahe, doch seine Entscheidung, Panzerbrigaden in die Sowjetrepublik Russland zu entsenden, brachte die unerwartete Wende: Ende 1942 schien der Sieg der Deutschen noch möglich, aber im Frühling 1945 war das Dritte Reich endgültig am Ende. Als Konsequenz der Kapitulation und des einsetzenden Kalten Krieges wurde ein ernüchtertes Deutschland in zwei militärisch besetzte Zonen geteilt: Ostdeutschland stand unter sowjetischer Herrschaft, Wirtschaft und Infrastruktur stagnierten, während der erfolgreiche Wiederaufbau in Westdeutschland - ausgehend von der desolaten wirtschaftlichen und politischen Situation am Ende des 2. Weltkrieges - geradezu legendäre Dimensionen annahm. Der für Europa unerwartete Umbruch und anschließende Zerfall der sowjetischen Ordnung führte zum Einigungsvertrag, der im September 1990 vom westdeutschen Bundestag und der ostdeutschen Volkskammer ratifiziert wurde: Nach 45 Jahren der Teilung wurde aus den Deutschen wieder eine geeinte Nation. Heute ist Deutschland eine bedeutende Wirtschaftsmacht und ein führendes Mitglied der Europäischen Union.
Friedrich I. Barbarossa
Herzog von Schwaben, König von Burgund, König von Deutschland, König der Römer. König von Italien, Heiliger Römischer Kaiser
Die Macht Deutschlands wird ewig währen.
Friedrich (der später den Spitznamen "Barbarossa" von den widerspenstigen Italienern bekam, die er beherrschen wollte) sammelte Titel wie er auch Feinde sammelte. Bis zu seinem Tode im Juni 1190 n. Chr. hatte er von beidem genug. Am Ende hatte er alle Herausforderer besiegt ... von einem schnell fließenden Fluss einmal abgesehen. Historiker sehen ihn als einen der größten - wenn nicht den größten - mittelalterlichen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches an (nun gut, er war auch der Erste). Verglichen mit seinen Kollegen ließen Friedrich Barbarossas Langlebigkeit, Ehrgeiz, Organisationstalent, Tapferkeit auf dem Schlachtfeld, politischer Weitblick und Unbarmherzigkeit ihn wie einen Übermenschen in einem Zeitalter wirken, das die Zivilisation als "dunkles" bezeichnet.
Friedrich wurde 1122 in eine Familie geboren, die von sich behauptete, Nachkommen von Karl dem Großen zu sein. Er war Erbe des Herzogtums Schwaben - eines von rund 1600 kleineren Herzogtümern und Stadtstaaten, aus denen zu der Zeit "Deutschland" bestand -, das er als Herrscher im Jahre 1147 übernahm. Da er eher von der rastlosen Sorte war, begleitete der neue Herzog kurze Zeit später seinen Onkel Konrad III., König von Deutschland, auf dem zum Scheitern verurteilten Zweiten Kreuzzug. Während sich die Franzosen entschieden hatten, einen sichereren, wenn auch längeren Weg ins Heilige Land einzuschlagen, marschierte Konrad direkt durch Anatolien, wo seine Truppen durch die Hand der seldschukischen Türken in der Schlacht von Doryläum dezimiert wurden, sich dann zur Küste zurückzogen und die meisten Überlebenden desertierten, um sich allein auf den Heimweg zu machen. Doch der unerschütterliche Friedrich machte von sich reden und zeigte sein Talent für Blutvergießen. Als Konrad 1152 starb, entschied er sich für Friedrich als seinen Nachfolger und gegen seinen eigenen Sohn (der aber zu diesem Zeitpunkt auch gerade einmal sechs Jahre jung war).
Am 4. März wurde Friedrich in Frankfurt zum "gewählten" König von Deutschland gekrönt; fünf Tage später wurde er in Aachen zum König der Römer gekrönt (es war nicht unbedingt so, dass die Römer ihn unbedingt wollten, daher auch die Krönung in einer deutschen Stadt). Deutschland war zu dieser Zeit lediglich eine zerstrittene Flickschusterei von Prinzen, Herzögen und anderen nichtsnutzigen Königlichen, die Regionen in der Größe Bayerns oder auch bis zu den winzigsten Flecken auf der Landkarte für sich beanspruchten (sofern man zu der Zeit überhaupt schon aussagekräftige Landkarten hatte). Friedrich erkannte, dass der einzige Weg, die Ordnung wiederherzustellen, darin bestand, allen ein gemeinsames Ziel aufzuzeigen ... die Durchsetzung der deutschen kaiserlichen Rechte in Italien. Und anders als ein Abebben des Feudalismus wie in anderen Reichen zu fördern, war er bestrebt, ihn vollständig wiederherzustellen und dabei die deutschen Fürsten mit üppigen Zugeständnissen zu bestechen.
Wenn Friedrich den Deutschen den Ruhm wiederbringen wollte, der ihnen unter Karl dem Großen und Otto dem Großen zuteil geworden war, indem er rücksichtslos über die Italiener hinwegfegen würde, so musste er dem Papsttum Honig um den Bart schmieren. Außerdem wollte Friedrich seine lieblose und, noch viel wichtiger, kinderlose Ehe mit Adela von Vohburg annullieren. Im März 1153 schloss er den Konstanzer Vertrag mit Papst Eugen III., mit dem sich Friedrich verpflichtete, das Papsttum zu verteidigen, keinen Frieden mit Sizilianern oder anderen Feinden der Kirche zu schließen und Rom von den unzivilisierten Republikanern zurückzuerobern. Und er wurde Adela los.
Mit einer Ausrede und dem Segen des Heiligen Vaters marschierte Friedrich im Oktober 1154 nach Süden. Erst unterwarf er Mailand, dann plünderte und zerstörte er das hartnäckige Tortona. Friedrich erhielt die Eisenkrone und wurde so zum König Italiens. Nach Pavia, Bologna und der Toskana erreichte er schon bald Rom selbst. Dort traf er den neuen Papst Hadrian IV. im Vatikan. Am Folgetag, dem 18. Juni 1155, krönte Hadrian Friedrich I. zum Heiligen Römischen Kaiser im Petersdom unter dem tosenden Jubel der deutschen Truppen und der totalen Stille der Römer. Die undankbaren hiesigen Bewohner begannen zu rebellieren und Friedrich verbrachte seinen Krönungstag damit, der Stadt den Frieden zu bringen - auf Kosten rund 1000 toter Römer. Nach einem erfolgreichen ersten Trip nach Italien kehrte Friedrich nach Deutschland zurück. Er hatte den Papst im Schlepptau, griff Spoleto an und traf sich mit einem Botschafter des byzantinischen Kaisers auf dem Weg.
Bei seiner Rückkehr fand Kaiser Rotbart (wie er von den Deutschen genannt wurde) die Adligen in Erbschachereien verwickelt. Er klärte die Unruhen auf seine üblich delikate Art - indem er die Titel und Landbesitze durchtauschte, damit den Prinzen und Herzögen die Unterstützung ihrer neuen Untergebenen fehlen würde. So übertrug Friedrich zum Beispiel das Herzogtum Bayern an seinen Vetter, der zu der Zeit eigentlich der Herzog von Sachsen war, und ernannte den ehemaligen Herzog von Bayern zum neuen Herzog von Österreich. Und so weiter. Im Vorbeigehen heiratete er Beatrix von Burgund 1156 und wurde so 1178 zum König von Burgund.
Das Böse schläft nicht, wie es so schön heißt. Kaiser Friedrich Barbarossa führte vier weitere Invasionen nach Italien (in den Jahren 1158, 1163, 1166 und 1174) an, größtenteils - und wiederholt - zur Klärung der Frage, wer auf dem Thron des Petrus sitzen solle. Er beabsichtigte auch ... mehrfach ... sich um die Probleme des normannischen Siziliens zu kümmern, wurde jedoch stets von Revolten in Norditalien und Unruhen im Rheinland abgehalten. Bei seiner fünften Expedition nach Italien, wo er sich dem Lombardenbund gegenüber sah, zu dem nicht nur verschiedene italienische Städte gehörten, sondern auch Sizilien und Konstantinopel, wurde der alternde, aber immer noch formidable Friedrich in der Schlacht von Alexandria 1175 besiegt. Europa war schockiert. Als die deutschen Herzöge es ablehnten, Hilfe zu schicken, wurde Friedrich im Mai 1176 entscheidend bei Legnano nahe Mailand geschlagen. Dem Heiligen Römischen Kaiser blieb keine andere Wahl, als dem Frieden von Anagni zuzustimmen, der Alexander III. als Papst anerkannte.
Friedrich verbrachte das nächste Jahrzehnt "friedlich" ... und rächte sich an den deutschen Herzögen (inklusive seines Vetters), die ihm die Unterstützung beim Einmarsch in Italien verwehrt hatten. Auch verwies er die Italiener erneut an ihren Platz, indem er gemeinsame Sache mit dem örtlichen Landadel machte und bestimmte aufmüpfige Städte der Toskana herabsetzte. Doch das alte Schlachtross schien rastlos zu sein. Und mild war er auch keinesfalls. 1189 n. Chr. schloss er sich zusammen mit Frankreichs König Philipp II. und Englands König Richard I. dem Dritten Kreuzzug auf ein Zeichen des neuen Papstes an. Doch er erreichte Saladin nie, da er im Juni 1190 bei dem Versuch ertrank, den Saleph auf seinem Pferd zu durchschreiten, statt eine volle Brücke zu nehmen. Irgendwie ein passendes Ende für Barbarossa (nur um das Pferd tut es einem leid).
Strategien
Wie schon in der Vergangenheit ist Deutschland unter Friedrich Barbarossa ein Machtgebilde, das seine Feinde durch Produktivität und militärische Macht zu überrollen droht.
Deutsche Städte können rasch produktiv werden und einen zweiten, dritten oder weiteren Bezirk viele Runden vor ihren Gegnern hinzufügen. In der Nähe gelegene Stadtstaaten können unversehens von Friedrichs "Heiligem Römischen Reich" einverleibt werden. Haltet nach ihm Ausschau, um einen Stadtstaat mit fruchtbaren Ländereien und Rohstoffen anzugreifen, und vergeudet Eure Zeit nicht damit, auf diplomatischem Weg zum Ziel zu kommen. In der Moderne erhält Deutschland das U-Boot, eine wichtige Einheit zur wirtschaftlichen Zerstörung des Gegners. Durch seine Schwerindustriebasis kann Deutschland dann an jeder beliebigen Front zum Sieg drängen.
Ludwig II.
Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir und anderen.
Ludwig, der "Märchenkönig" des katholischen Königreichs, war eine eigentümliche Persönlichkeit. Seine Regentschaft war alles andere als profitabel für sein Königreich. Unter ihm verlor Bayern seine Unabhängigkeit an das Deutsche Reich, doch Ludwig interessierte sich weniger für Politik als vielmehr dafür, regionale Märchen zum Leben zu erwecken. Seine Bauvorhaben und Paläste waren Reiche der Fantasie – oder des Wahnsinns.
Bayern ist der größte, jedoch nicht der einflussreichste der deutschen Staaten, wurde schon früh durch eine römische Präsenz geprägt und war lange ein katholisches Bollwerk in einer weitgehend protestantischen Region. Später wurde Bayern zu einem wichtigen Wahlberechtigten des Heiligen Römischen Reiches und zur Heimat der Wittelsbach-Monarchie (ab 1214 n. Chr.) – einer Dynastie, die mit den österreichischen Habsburgern konkurrierte. Dies Konkurrenz führte bei vielen Gelegenheiten zu offenen Kriegen. Hierbei ist anzumerken, dass Bayern und Österreich sich in Sprache, Kultur und Religion deutlich näher sind als dem preußischen Norden.
In der Moderne spielte Bayern seine Rivalen in Österreich zunächst halbwegs erfolgreich gegen das aufstrebende Preußen aus, musste sich letztlich aber doch beugen und dem Deutschen Reich unter preußischer Vorherrschaft anschließen – so wurde Bayern zum Teil des heutigen Deutschland.
Heute wird Bayern von wohlhabenden Bauern, einer leicht konservativen Haltung und streng katholischen Wurzeln geprägt. Es ist zudem die symbolische Heimat der deutschen Volkstümlichkeit – im Schatten der Alpen kann man nichts anders als zu träumen.
Und genau hier kommen wir zum "verrückten" Ludwig. Ludwig wurde als Kind eines bayerischen Adelshauses (seine Mutter war eine Kronprinzessin von Preußen) in eine elitäre und relativ kalte Familie geboren. Er war schon in jungen Jahren von Märchen und Mythen umgeben, vom Wandern durch die Alpen zu seiner Kinderstube in Schloss Hohenschwangau – ein fantastisches neugotisches Schloss, das zu Ehren des Schwanenritters Lohengrin erbaut wurde – bis hin zu seiner Faszination für Wagner. Ritter, Drachen, Nixen und Feen bestimmten das Leben des jungen Ludwig, selbst als er mit 19 zum König von Bayern proklamiert wurde.
Ludwigs sexuelle Vorlieben sollten ebenfalls erwähnt werden. Er war homosexuell und unterhielt etliche Affären mit seinen Wachen. Ähnliche sexuelle Neigungen waren in der Tat ein weiterer Grund für die enorme Sympathie zwischen Ludwig und Wagner (auch wenn Ludwig Wagners Antisemitismus nicht teilte).
Ludwigs Verbundenheit mit den Alpen und seine Freundschaft zum österreichischen Adel lenkten seine Sympathien in deren Richtung, was sich als diplomatisch unklug erweisen sollte. Nach der Niederlage Österreichs gegen Preußen wurde Bayern in die österreichischen diplomatischen Kreise gezogen und zum Eintritt in das Deutsche Reich gezwungen. Angesichts seiner Größe und Macht wurde Bayern jedoch eine eigene Armee und weitreichende Unabhängigkeit zugesprochen.
Dieser erzwungene Verzicht auf politische Ambitionen schuf freien Raum für Ludwigs Fantasien. Das 19. Jahrhundert war ein Zeitalter des Nationalismus und zahlreiche Länder, ob neu oder alt, waren bemüht, ihre eigenen Landeskulturen zu entdecken, auszuschmücken oder von Grund auf neu zu schaffen. Ludwig widmete sich (neben der Förderung Wagners) an Schlossbau, wie zum Beispiel der Errichtung seines Schlosses Neuschwanstein. Das Schloss wurde von der Legende des Schwanenritters inspiriert, die einen großen Teil von Ludwigs Kindheit bestimmte – ein Märchen von einem Ritter, der auf einem schwanengleichen Boot eintrifft, um die Ehre der Unschuldigen zu verteidigen, jedoch nie nach seinem Namen gefragt werden darf. Das Schloss ist auch ein Denkmal für die absolute Monarchie und das Gottesgnadentum in Kombination mit Nationalismus – die Erhabenheit der Könige beruft sich auf die Geister des Landes. Doch dies war nicht sein einziges Bauvorhaben – neben den Plänen für einen Nachbau von Versailles und eine weitere gotische Burg auf dem "wilden, romantischen" Falkenstein errichtete er auch das französisch angehauchte Schloss Linderhof sowie ein prunkvolles Appartement in der Münchner Residenz.
Schlösser sind schön, aber auch teuer. Ludwig verschuldete sich so sehr, dass er von seiner eigenen Regierung für geisteskrank erklärt und entmündigt wurde. Er wurde in Gewahrsam genommen und einen Tag später, während er auf seine Verbringung wartete, gemeinsam mit seinem Arzt tot in einem See auf dem königlichen Anwesen aufgefunden. Sein Tod wurde zum Selbstmord (und im Falle des Arztes zum Mord) erklärt. Die forensischen Beweise der damaligen Zeit widersprachen dieser Theorie jedoch und deuteten Düstereres an. Sein tragischer Tod war womöglich ein passendes Ende für Ludwig, der oft zu sagen pflegte "Ein ewiges Rätsel will ich bleiben mir und anderen."
Strategie
Bringt mit dem Märchenkönig Ludwig II. Wunder und Schönheit in eine sonst triste Welt.
Baut mit Ludwig so viele Bezirke, wie eine Stadt haben kann – mit der deutschen Zivilisationsfähigkeit sogar mehr als jede andere Zivilisation – und platziert dann Wunder in Euren Bezirken. Selbst nicht fertiggestellte Wunder bringen Euch
Kultur. Die zusätzliche
Produktion des Hanse-Spezialbezirks hilft Euch, sie fertigzustellen. In der Moderne könnt Ihr Eure Wunder mit der Hilfe von U-Booten, den Schwanen der Neuzeit, vor neidischen Rivalen schützen und jeden Invasionsversuch vereiteln. Das Freischalten von Burgen ist der Schlüssel, um mit Ludwig einen Kultursieg zu erringen – Ihr erhaltet
Tourismus für jeden Bezirk, der
Kultur erzeugt, einschließlich unvollendeter Wunder.