Norwegen (Civ6)
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Dieser Beitrag befasst sich mit Norwegen, wie es in Civilization VI vorkommt. Für Informationen über die entsprechende Zivilisation in anderen Teilen der Spielereihe siehe Norwegen. |
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Knarr
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| Harald Hardråde und Harald Hardråde (Waräger) | ||
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Grundspiel / Leader Pass | ||
Civilopedia
Die norwegischen Wikinger hatten ein Faible dafür, Norwegen zu verlassen. Um 800 n. Chr. hatten sie die Shetland-Inseln, die Orkney-Inseln, die Färöer-Inseln, die Hebriden und andere Orte kolonisiert, die sonst niemand haben wollte. Um 820 hinterließen sie Siedlungen an der Westküste Irlands und gründeten einige der großen Städte der Insel (darunter auch Dublin). Um 870 entdeckten sie Island und teilten es sofort unter 400 Häuptlingen auf. Hundert Jahre später tauchten sie in Grönland auf und Leif Eriksson landete um 1000 n. Chr. in Amerika (blieb dort aber nicht lange). In all dieser Zeit war Norwegen selbst nicht einmal vereint, sondern bestand aus mehreren kleineren Königreichen, die sich um die Herrschaft stritten.
Harald "Schönhaar" stieß die Gründung Norwegens an, indem er etwa im Jahr 872 (die genaue Jahreszahl ist historisch nicht belegt, da die Aufzeichnungen der Wikinger nicht zu den verlässlichsten zählen) in der Schlacht von Hafrsfjord alle konkurrierenden Stammeshäuptlinge besiegte. Der erste König eines vereinten Norwegens wurde allerdings Olav Haraldsson, der 1015 den Thron bestieg ... wobei noch jahrhundertelang verschiedene Fürsten versuchten, ihre Gebiete abzuspalten. Olav "der Heilige" wollte sein Land christianisieren und Odin, Thor und Walhalla über Bord werfen. Er zwang die 'Things' (Volksversammlungen) zu Gesetzen, die das Christentum einführten, ließ Kirchen bauen und die Heidentempel abreißen. Außerdem machte er Trondheim zur christlichen Hauptstadt Norwegens. Der Lohn für seine Bemühungen war der Tod - Olav fiel in der Schlacht von Stiklestad. Das Christentum in Norwegen aber überlebte.
Harald Hardråde fiel zwar 1066 bei der Schlacht von Stamford Bridge, bei der um den englischen Königsthron gekämpft wurde, doch seine Familie herrschte in Norwegen noch bis zum Tode von Sigurd Magnusson, dem "Kreuzritter" im Jahr 1130. Nach seinem Tod begann ein beinahe vollständiges Jahrhundert der Bürgerkriege, das im Jahr 1217 mit Håkon IV. endete, der die Sverre-Dynastie begründete. Unter Håkon IV. und dessen Nachkommen erlebte Norwegen sowohl politisch als auch kulturell ein goldenes Zeitalter. Norwegen annektierte Island und Grönland, die allerdings im Jahr 1266 zusammen mit der Isle of Man wieder verkauft wurden, als Magnus VI., der "Gesetzesverbesserer" (der für viele Reformen verantwortlich zeichnete), erkannte, dass er die Hebriden-Siedlungen nicht gegen die grimmigen Schotten verteidigen konnte. (Dasselbe geschah 1468 mit den Shetland- und den Orkneyinseln.)
In Skandinavien herrschten Frieden und Wohlstand und die Norweger profitierten am meisten davon. Wikingerhändler reisten nach Süden in den Nahen Osten, nach Osten in die russische Wildnis und besonders nach Westen auf die Britischen Inseln. Sie brachten Wohlstand im Tausch gegen Rohmaterial: Pelz, Holz, Fisch und Erze. Die Landwirtschaft an der Küste florierte und die bildende Kunst erreichte ihren Höhepunkt: Norwegische Handwerker schufen aus Holz und Metall kunstvolle Objekte in einem halben Dutzend unterschiedlicher Stile, vom Oseberg-Schiff bis zur Urnes-Stabkirche. Norwegische Schiffsbauer ermöglichten mit ihren Werken Reisen über die Ozeane. Norwegische Schmiede stellten die besten Waffen und Rüstungen her, die in ganz Europa zu bekommen waren. Das traf sich auch gut, denn obwohl in den Wikingerreichen Frieden herrschte, griffen die Norweger beinahe wöchentlich ihre Nachbarn an. Doch diese vergnüglichen Zeiten sollten bald ihr Ende finden.
Etwa im Jahr 1349 erreichte der Schwarze Tod Skandinavien, dem in wenigen Jahren die Hälfte der Bevölkerung zum Opfer fiel. Diese Verluste führten unweigerlich zu sinkenden Steuereinnahmen und die Macht der Krone schwand. In der Zwischenzeit hatte die katholische Kirche ihren Zehnt erhöht und soviel Macht erlangt, dass der Erzbischof von Trondheim einen Sitz im Staatsrat forderte und auch tatsächlich erhielt. Im späten 14. Jahrhundert übernahm die Hanse nach und nach die norwegischen Handelsrouten. 1343 hatte sie einen Kontor in Bergen errichtet und bis 1400 ein eigenes Quartier in der Stadt und das alleinige Handelsrecht mit der Fischereiflotte. (Bergen blieb bis Mitte des 17. Jahrhunderts unter der Hanseatischen Knute.)
All dies führte zu der Überlegung, die alten Wikingerreiche zu vereinigen, um für die kommenden Herausforderungen gewappnet zu sein. Olav II. war im Alter von fünf Jahren nach dem Tod seines Großvaters im Mai 1376 zum dänischen Thronfolger geworden und bestieg den Thron als König von Norwegen, als sein Vater starb. Über die folgenden 400 Jahre wurde Norwegen als Teil eines Doppelkönigreichs von Kopenhagen aus regiert. Schon bald gesellte sich der schwedische Thron hinzu, als Margarethe I., Königin Regentin von Dänemark, die Kalmarer Union gründete. Diese umfasste außer den drei erwähnten Königreichen noch die norwegischen Überseegebiete sowie Finnland (über die schwedische Krone). Die Union überstand den zunehmenden Einfluss der Hanse und der deutschen Prinzen im Baltikum bis 1523, als das "Stockholmer Blutbad" eine schwedische Revolution auslöste und schließlich Gustav Wasa als König des "freien Schweden" den Thron bestieg.
Norwegen profitierte stark von der Kalmarer Union. Außer natürlich, was die Sache mit der Reformation angeht: Friedrich I. von Dänemark-Norwegen war Luther und dessen "ketzerischen" Äußerungen zwar gewogen, doch die Norweger waren es nicht. Und daraus ergab sich ein ernsthaftes Problem, denn 1529 wollte der König den Protestantismus in Norwegen einführen, was jedoch wenig überraschend auf Widerstand stieß, angeführt vom neuesten Erzbischof von Trondheim. Er lud den gealterten katholischen König Christian II. ein, aus dem Exil zurückzukehren, doch dieser wurde gefangen genommen und lebenslänglich eingesperrt. In dem auf Friedrichs Tod folgenden Bürgerkrieg versuchten es die norwegischen Katholiken erneut, doch diesmal mit sogar noch schlechterem Ergebnis. Der dänische Sieger Christian III. verbannte den Erzbischof ins Exil, degradierte Norwegen 1536 von einem Mit-Königreich zu einer dänischen Provinz und führte ein Jahr darauf den Protestantismus in Norwegen ein.
Die Norweger gewöhnten sich an die neuen Umstände und es wurde etwas ruhiger. Zwar gab es nach wie vor gelegentlich Kriege, in die das Land von den vergleichsweise hitzköpfigen Dänen hineingezogen wurde - den Kalmarkrieg (1611-1613), den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und den Zweiten Nordischen Krieg (mit norwegischer Beteiligung von 1657-1660). Diese Kriege führten zu Grenzverschiebungen, doch ansonsten lief alles recht erfreulich. Die Bevölkerung wuchs innerhalb von 300 Jahren (zwischen 1500 und 1800) auf über 750.000 an und das dänische Regierungssystem wurde reformiert, wodurch Norwegen in Bezirke untergliedert wurde. Dank einer Reihe fähiger Könige ging die Regierungskorruption zurück, obwohl es in Norwegen ganze 1.600 Regierungsbeamte gab. Leider, zumindest aus dänischer Sicht, wurde das Land schon bald darauf in die Napoléonischen Kriege verstrickt und stand diesmal auf der Verliererseite.
Als alles vorüber war, gehörte Norwegen zu Schweden und das, obwohl im Mai 1814 bei einer Nationalversammlung die Verfassung für eine parlamentarische Monarchie vorgelegt worden war. Im Juni 1814 fiel Schweden ein und erkannte mit der Konvention von Moss im August die Verfassung unter der Voraussetzung an, dass Norwegen kapitulierte und sich ruhig verhielt. So begann die verfassungsgemäße Union von Schweden und Norwegen, deren gewähltes schwedisches Oberhaupt Karl II. Johann beide Kronen trug. Norwegischer Nationalismus und Liberalismus fassten Fuß, denn die lockeren Schweden gaben dem Land viel Spielraum. 1816 wurde die Bank von Norwegen gegründet und damit auch eine nationale Währung (der Speciedaler). Die alte norwegische Aristokratie wurde vom Parlament 1821 abgeschafft. 1832 erkannten die Landwirte, dass ihre Gruppe die meisten Vertreter hatte und folgerichtig ging bei den Wahlen im selben Jahr der Hauptanteil der Parlamentssitze an sie. So kam es zu Steuererleichterungen für ländliche Gebiete und höheren Einfuhrzöllen und das Lokalverwaltungsgesetz regelte die Wahl von Gemeinderäten und deren Bestimmungsbefugnisse.
Als Schweden das Freihandelsabkommen mit Norwegen aufhob, eine Grenze zwischen den Ländern zog und sich weigerte, einen norwegischen Außenminister zu ernennen, wurde der Ruf nach Unabhängigkeit in Norwegen immer stärker. Im Juni 1905 weigerte sich der König erneut, Norwegen einen eigenen Außenminister zu gewähren (obwohl das Parlament dafür gestimmt hatte), und dies führte dazu, dass das Parlament die Union auflöste. Im folgenden Referendum stimmten nur 184 Menschen in Norwegen dafür, bei Schweden zu bleiben. Die neue norwegische Regierung bot die konstitutionelle Krone einem dänischen Prinzen an. Dieser nahm an und bestieg als Haakon VII. den Thron (eigentlich hieß er Karl). Nach einem halben Jahrtausend war Norwegen wieder eine eigene Nation.
Im Laufe des folgenden Jahrzehnts erwies sich das Land als eines der fortschrittlichsten. 1913 war Norwegen das zweite Land, in dem das Frauenwahlrecht eingeführt wurde. Das Parlament erließ Gesetze zu Lohnfortzahlung bei Krankheit, Fabrikinspektionen, Arbeitssicherheit und einem Zehn-Stunden-Tag - womit es den Kapitalistenbaronen einen dicken Strich durch die Rechnung machte. An der Küste wurden Eisenbahnschienen verlegt und die sogenannte Bergensbane 1909 fertiggestellt. Industrieanlagen, insbesondere Wasserkraftwerke schossen wie Pilze aus dem Boden und norwegische Entdecker wie Amundsen (der als Erster den Südpol erreichte), Sverdrup und Nansen wurden weltberühmt. Dies war wahrlich Norwegens zweites goldenes Zeitalter.
Wie seine skandinavischen Nachbarn versuchte sich Norwegen aus Europas Krisen und Kriegen weitestmöglich herauszuhalten. Im Ersten Weltkrieg gelang dies auch, nicht aber im Zweiten Weltkrieg. Norwegen geriet zwischen die Briten - deren Marine die Küstenwege abriegeln konnte und dabei keine Skrupel hatte, in norwegische Hoheitsgewässer einzudringen - und die Deutschen, die für ihre Rüstungsfabriken dringend Eisenerz aus dem nördlichen Norwegen benötigten. Im April 1940 marschierte Nazideutschland in Norwegen ein und überrannte es in kurzer Zeit, um sich einen Landweg für die Eisenerzlieferungen zu sichern. Die norwegische Regierung floh ins Exil und der berüchtigte Vidkun Quisling (dessen Name zum Synonym für "Verräter" wurde) errichtete eine Gemeinschaftsregierung. Mit Ausnahme einiger Kommandooperationen und Partisanenaktionen spielte Norwegen allerdings eine eher untergeordnete Rolle im Krieg, obwohl etwa 80 % der Vorkriegs-Handelsflotte (die zur damaligen Zeit viertgrößte) floh und sich den Alliierten anschloss.
Mit Ende des Krieges kehrte Norwegen zu seiner Tradition der Neutralität zurück und konzentrierte seine Außenpolitik auf die Vereinten Nationen, deren erster Generalsekretär der Norweger Trygve Lie wurde. Doch der bevorstehende Kalte Krieg ließ keine Neutralität zu und so gehörte Norwegen 1949 zu den Gründungsmitgliedern der NATO (obwohl das Land nie die Stationierung fremder Truppen oder Atomwaffen zuließ). 1969 wurde in der Nordsee (im Ekofisk-Feld) Erdöl entdeckt und so strömten Milliarden von Dollars in die Wirtschaft des Landes, was den Lebensstandard gemessen an der relativ kleinen Bevölkerung zu einem der höchsten der Welt machte. Seit dem Ende des Krieges haben sich die Norweger einem guten Leben, dem Wintersport, einigen Olympischen Spielen und Massen von Touristen gewidmet, die das Land regelrecht überrennen.
Harald Hardråde
König von Norwegen
Der trägt den Sieg davon, vor dem das Banner getragen wird.
Der niemals zufrieden zu stellende König von Norwegen Harald, dem sein Volk später den Beinamen Hardråde, oder "der Harte", verlieh, versuchte im Jahr 1048 n. Chr. (und mehrere Male danach) die dänische Krone und im Jahr 1066 die englische Krone an sich zu reißen. Letzeres führte zu seinem Untergang. Doch vor seinem Tod bei Stamford Bridge führte Harald Hardråde zweifelsohne ein aufregendes Leben, in dessen Verlauf er in ferne Länder reiste - und die Leute dort tötete.
Geboren wurde Harald Sigurdsson um das Jahr 1015 n. Chr. herum in Ringerike als Sohn von Åsta Gudbrandsdotter und ihrem zweiten Mann Sigurd, einem der wohlhabendsten Häuptlinge Skandinaviens. Harald verbrachte seine Jugend wie die meisten jungen Wikinger es tun: raue Spiele spielen, sich willigen Wikingermädchen aufdrängen und heldenhafte Träume träumen. Er war der jüngste von drei Halbbrüdern König Olafs, der später heiliggesprochen wurde. Eine Revolte im Jahr 1028 zwang Olaf ins Exil in die Kiewer Rus, aus dem er zwei Jahre später zurückkehrte, um seinen Thron wieder zu besteigen. Während dieser Jahre sammelten die Halbbrüder, allen voran Harald, Unterstützung unter den norwegischen Häuptlingen. In der Schlacht bei Stiklestad gegen den dänischen König Knut fiel Olaf und Harald wurde verwundet.
Nachdem er sich in Schweden erholt hatte, ging Harald zunächst mit etwa 500 Männern nach Nowgorod, wo er vom Großfürsten Jaroslaw dem Weisen herzlich aufgenommen wurde. Jaroslaw, der dringend auf der Suche nach starken Kriegern und einem Heeresführer war, hieß den noch jungen Harald willkommen. In den nächsten Jahren beteiligte sich Harald an Jaroslaws militärischen Kampagnen, wie etwa gegen die Polen im Jahr 1031, gegen zahlreiche widerspenstige Vasallen, sowie gegen die Petschenegen und andere Nomaden. Auf der Suche nach größerem Ruhm und vor allem Reichtum zog Harald gen Süden nach Konstantinopel, um sich 1034 in den Dienst des Byzantinischen Reichs zu stellen, wie es viele Wikinger taten, die durch die Welt zogen.
Als Kommandant der Warägergarde sah Harald die ersten Gefechte gegen arabische Piraten im Mittelmeer sowie gegen deren Unterstützer an Land in Kleinasien. Laut dem Skalden Arnórsson, der später die Sage von Harald niederschrieb (vermutlich auf dessen Bitten hin, der Wahrheitsgehalt darf also skeptisch betrachtet werden), kommandierte er im Jahr 1035 bereits die gesamte Garde, war Kaiser Michael IV. ein treuer Diener, kämpfte in den Schlachten um Jerusalem, führte byzantinische Militärexpeditionen nach Sizilien an und erlebte allerhand andere Abenteuer. Dabei wurde Harald dank Kriegsbeute und Belohnungen des Kaisers ausgesprochen reich. 1042 kehrte er nach Kiew zurück und heiratete, da er nun Ansehen und großen Wohlstand besaß, Jaroslaws Tochter Elisabeth.
Doch all das Umherwandern und Töten hatte in Harald Heimweh geweckt. Knuts Söhne hatten Norwegen verlassen, um Abenteuer in England zu suchen, und Olafs unehelichen Sohn Magnus den Guten auf dem Thron zurückgelassen. Harald kehrte nach Schweden zurück, stellte dort eine Armee auf und begann, die dänischen Besitztümer entlang der baltischen Küste zu plündern. Im Jahr 1046 n. Chr. kam es zum Kompromiss zwischen Harald und Magnus (der gut gewesen sein mag, aber anscheinend nicht sehr weise), durch den die Herrschaft über Norwegen zwischen ihnen aufgeteilt wurde. Allerdings musste Harald auch sein erhebliches Vermögen mit dem bankrotten Magnus teilen. Zwei Jahre später verstarb Magnus, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen. Doch der gute König entschied noch auf dem Totenbett, sein Königreich aufzuteilen und Sven Estridsson auf den dänischen Thron zu setzen, und Harald den norwegischen zu überlassen. Harald war nicht erfreut und verbrachte die nächsten zwei Jahrzehnte damit, Krieg gegen Sven zu führen, um den Thron von Dänemark "zurückzuerobern".
Jedes Jahr plünderte Harald (nun mit dem Beinamen "der Harte") die Küste Dänemarks, wie er es in der guten alten Zeit getan hatte, schlachtete dabei die Einheimischen ab und brannte alles nieder, was nicht per Schiff zurück nach Norwegen gebracht werden konnte. Im Jahr 1048 plünderte er Jütland, im Jahr darauf Haithabu, das damals das wichtigste Handelszentrum in Dänemark war. Und so ging es jahrelang weiter. Unter Harald gab es jedoch auch mehr als nur Tod und Zerstörung. Er überarbeitete das Gesetzbuch, erkundete die nördlichen Randbezirke seines Landes und arbeitete mit Hochdruck daran, das Christentum in Skandinavien zu verbreiten. Er führte außerdem ein standardisiertes Münzsystem ein; vermutlich, um die Steuern erhöhen zu können. Er war ein starker Verfechter des Steuersystems und bereiste im Winter sein Reich, wobei er Bauern und Händler beschuldigte, die Steuern nicht zu zahlen. Die Standardstrafe für dieses Vergehen bestand darin, den Täter auf der Stelle zu verstümmeln oder zu exekutieren, was dazu führte, dass seine Herrschaft deutlich "flüssiger" war als die vieler anderer Herrscher. Letztendlich einigte sich Harald auch mit Sven, als die beiden 1064 einen bedingungslosen Frieden zwischen den beiden Wikinger-Königreichen schlossen.
Etwa zu dieser Zeit konzentrierten sich Haralds Pläne auf die Krone von England, direkt auf der anderen Seite der Nordsee. Nachdem Hardiknut, Sohn von Knut und König von England (oder zumindest großer Teile davon), im Jahr 1042 starb, ohne einen Erben zu hinterlassen, bestieg Eduard der Bekenner den Thron. Harald war zu dieser Zeit damit beschäftigt, den Thron von Norwegen zu sichern, sodass er dem Geschehen keine Aufmerksamkeit schenkte. Als Eduard jedoch im Januar 1066 starb, erhob Harald Hardråde Anspruch auf den englischen Thron und war äußerst erbost, als Harold Godwinson, einer von Eduards Beratern, stattdessen die Thronfolge erhielt. Unter den Wikingern schien die Begründung für Haralds Anspruch, mag sie noch so verworren gewesen sein, durchaus Sinn zu ergeben.
Als sie Könige ihres jeweils eigenen Landes waren, hatten Hardiknut und Magnus vereinbart, dass, sollte einer von ihnen sterben, der jeweils andere dessen Königreich erben und dem großen "Wikingerland" hinzufügen solle. Aus Haralds Sicht sollte diese Abmachung auch für ihn gelten, da er gemeinsam mit Magnus vor dessen Tod König von Norwegen war. Es wäre an der Zeit, dass das Volk von England nach dem Tod von Eduard seinem Teil dieser Abmachung nachkommen sollte. Als sie das nicht taten, stellte er eine Armee auf und zog los.
Harald verbündete sich mit Harold Godwinssons Bruder Toste, der darüber verärgert war, seine Grafenwürde von Northumbria durch den alten Eduard vor dessen Tod aberkannt bekommen zu haben, mit den Wikinger-Grafen der Shetlandinseln und der Orkneys, und sogar mit einigen Männern des schottischen Königs Malcolm III. Insgesamt, so heißt es, standen Harald etwa 9.000 Soldaten unter seinem direkten Kommando zur Verfügung (andere plünderten, brandschatzten und entfesselten ganz allgemein Chaos), als er York einnahm und dann Richtung Süden weiterzog. Harold, der im Süden die von Wilhelm dem Eroberer angeführte normannische Invasion erwartet hatte, zog nun mit etwa 15.000 Mann Richtung Norden, einschließlich zahlreicher gepanzerter Ritter. Eben diese sorgten in der Schlacht von Stamford Bridge für den entscheidenden Unterschied. In diesem Kampf wurde der ohne Rüstung kämpfende Harald von einem Pfeil in den Hals getroffen und starb, wie er sein Leben bestritten hatte: immer vorwärts in eine schier aussichtslose Schlacht marschierend.
Strategie
Harald Hardråde ist eine Seemacht wie England oder Spanien, auch wenn er die Meere lediglich als Sprungbrett für seinen schnellen norwegischen Angriff auf Küstenziele zu nutzen beabsichtigt.
Hardråde ist der Tyrann der Meere. Er sucht sich bevorzugt Zivilisationen mit schwachen Seestreitkräften aus, belagert diese mit seinen großen Seestreitkräften, greift ihre Küsten an, und wenn ihre Küstenstädte nicht gut genug geschützt sind, erobert er sie gleich noch mit. Er ist besonders im Mittelalter gefährlich, wenn sowohl das Langschiff als auch der Berserker aktiv sind. Religion (unterstützt durch Stabkirchen) ist nicht unbedingt seine Priorität, obwohl es schöne komplementäre Verbesserungs-Glaubenssätze (wie z.B. "Gerechter Krieg") gibt, die seine Militärkampagne ergänzen können.
Harald Hardråde (Waräger)